Reals Sieg in Barcelona Auch als Trainer zaubert Zidane

Im Clásico hat Zinédine Zidane den größten Sieg seiner noch jungen Trainerlaufbahn gefeiert. Ronaldo entschied die Partie - und beendete eine historische Serie Barcelonas.
Zinedine Zidane

Zinedine Zidane

Foto: Paul Gilham/ Getty Images

Die Ausgangslage: Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren waren die Rollen vor dem Anpfiff relativ klar verteilt. Der FC Barcelona ist dem ewigen Rivalen aus Madrid in der Tabelle enteilt, der Rückstand des Dritten Real betrug vor dem Spiel schon zehn Punkte. Barça präsentiert sich in dieser Saison in einer unglaublichen Verfassung. 39 Pflichtspiele war das Team von Trainer Luis Enrique vor dem Clásico ungeschlagen. Real hingegen spielt eine durchwachsene Saison. Die letzte verbliebene Titelchance besteht nur noch in der Champions League, wo das Team im Viertelfinale auf den VfL Wolfsburg trifft.

Ergebnis des Spiels: 1:2 (0:0). Hier geht es zum Spielbericht.

Legende des Spiels: Vor der Begegnung wurde es noch ein letztes Mal ruhig im ausverkauften Camp Nou. Die Zuschauer gedachten des kürzlich verstorbenen Johann Cruyff. Der Niederländer hatte besonders als Trainer großen Einfluss auf das Spiel der Katalanen. Sein ballorientierter Spielstil prägt den Klub bis heute.

Die erste Hälfte: Die erste halbe Stunde verlief ganz im Sinne des ehemaligen Spielgestalters. Barça diktierte die Partie, hatte zwischenzeitlich bis zu 75 Prozent Ballbesitz. Zahlreiche Chancen blieben jedoch ungenutzt. Die wohl beste hatte Luis Suárez nach einem Zuspiel von Neymar. Der Uruguayer verfehlte das leere Tor aus elf Metern (11. Minute). Lionel Messi blieb verhältnismäßig blass. Seinem Kontrahenten Cristiano Ronaldo gelang zunächst ebenfalls nicht viel.

Debütant des Spiels: Zinédine Zidane. Der ehemalige Weltfußballer traf als Spieler elfmal auf den FC Barcelona (vier Siege - vier Remis - drei Niederlagen). An der Seitenlinie feierte der 43-Jährige sein Clásico-Debüt. Besser hätte es kaum laufen können: Nach dem Sieg ist er einer von nur drei Menschen, die als Trainer und als Spieler mit Real Madrid in Barcelona gewonnen haben.

Die zweite Hälfte: Messi war es dann, der mit einem gefühlvollen Schuss eine spektakuläre zweite Halbzeit einleitete (54.). Kurz darauf ging der Gastgeber in Führung: Nach einem Eckball entwischte Piqué Pepe, anschließend konnte der spanische Nationalspieler aus sieben Metern problemlos einköpfen. Kurz darauf glich Real aus: Karim Benzema verwertete einen abgefälschten Pass von Toni Kroos per Seitfallzieher. Es war das 21. Saisontor des Stürmers. Für große Aufregung sorgte eine Schiedsrichter-Entscheidung. Ein Treffer von Gareth Bale wurde wegen eines vermeintlichen Foulspiels aberkannt (80.): Anschließend rannte Real an und ging verdient in Führung. Nach einer Flanke von Bale traf Ronaldo aus kurzer Distanz zum 2:1. Zuvor war Sergio Ramos mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Der knappe Sieg war historisch: Erstmals seit 1965 drehte der Klub einen Rückstand in Barcelona.

Aktion des Spiels: Benzemas Seitfallzieher. Es schien, als wollte der Franzose es einem Landsmann gleichtun. Wenige Stunden zuvor hatte Franck Ribéry im Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt mit einem spektakulären Seitfallzieher dem Tabellenführer den Sieg beschert.

Genugtuung des Spiels: Das 2:1 von Ronaldo. Dem Portugiesen wurde in der Vergangenheit oft vorgeworfen, dass er im Clásico sein enormes Potenzial nicht immer abrufe. Das gelang ihm zwar auch diesmal nur bedingt - dennoch reichte es zum Siegtreffer. Gleichzeitig sorgte er mit seinem Treffer wieder für ein wenig Spannung im Titelkampf. Nach der Niederlage steht Atlético sechs und Real sieben Punkte hinter dem FC Barcelona.

Routine des Spiels: Sergio Ramos' Platzverweis. Nach einem üblen Foul an Arda Turan sah der Kapitän die Gelb-Rote Karte. Das hat mittlerweile schon Methode: Bereits zum dritten Mal wurde Ramos in einem Spiel gegen Barcelona des Feldes verwiesen. Auch der ansonsten starke Pepe hätte nach einem Schlag gegen Suárez vom Platz fliegen können.

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