Streit über Wappen Krieg der Sterne bei Red Bull Salzburg

Beim österreichischen Fußballmeister RB Salzburg gibt es Krach mit den Fans. Nach dem zehnten Titel könnte das Wappen ein Meisterstern zieren, das will der Klub aber nicht - aus Marketinggründen.
Trikot und Wappen von RB Salzburg

Trikot und Wappen von RB Salzburg

Foto: Getty Images/ Bongarts/Getty Images

Österreichs Fußballmeister RB Salzburg will nach dem insgesamt zehnten Meistertitel nicht mit einem Meisterstern auf dem Trikot spielen - und bekommt deshalb Ärger mit den eigenen Fans. Die Anhänger drohen damit, die Meisterfeier am kommenden Wochenende zu boykottieren.

Die Salzburg-Fans wünschen sich die Integration des Meistersterns im Vereinswappen. Dies ist in Österreich üblich, allerdings keine Vorschrift. Anders als in Deutschland, wo das Wappen von RB Leipzig zumindest ein wenig angepasst werden musste, ist beim Salzburger Wappen kein Unterschied zum Firmenlogo des namensgebenden Sponsors zu erkennen. Und genau deshalb weigert sich der Verein - das Wappen bleibt aus Marketinggründen unberührt.

In einer Stellungnahme des Salzburger Klubs heißt es dazu: "Da es im österreichischen Fußball keinerlei Regelungen oder Vorgaben im Zusammenhang mit der Verwendung von Meistersternen gibt, verzichtet unser Verein - in Abstimmung mit den Partnern und Sponsoren - auf die Übernahme und eine damit verbundene Veränderung des Klublogos."

Salzburg hat in diesem Jahr die siebte Meisterschaft seit der umstrittenen Übernahme durch den Getränkehersteller errungen. Hinzu kommen drei gewonnene Titel durch den Vorgängerverein Austria Salzburg, in Summe also zehn. In Österreich hatten bisher nur drei Vereine die Berechtigung, Meistersterne in ihr Wappen zu integrieren. Rekordmeister Rapid Wien hat 32 Meisterschaften gewonnen, gefolgt von Stadtrivale Austria (24) und Wacker Innsbruck (10).

So ist die Sterneregelung in der Bundesliga

In Deutschland gibt es zwei konkurrierende Varianten. Der Ligaverband DFL vergibt nur Meistersterne, die in der Bundesliga ab 1963 errungen wurden. Ab drei Meisterschaften gibt es einen Stern, ab fünf Meisterschaften zwei Sterne, ab zehn Meisterschaften drei Sterne und aufgrund der Dominanz des FC Bayern in einer letzten Stufe vier Sterne für 20 oder mehr Meisterschaften. Am vergangenen Wochenende sicherten sich die Münchner ihren insgesamt 26. Titel.

Darunter fallen nicht die in der DDR-Oberliga errungenen Meisterschaften sowie die vor Bundesligagründung gewonnenen Titel. Deshalb hat der Deutsche Fußball-Bund eine eigene Regelung, die es allen Meisterklubs außerhalb der Bundesliga und der zweiten Liga erlaubt, einen Stern über dem Wappen zu platzieren - mit der Option, die genaue Anzahl in den Stern zu schreiben.

krä/sid