Regeländerungen im Fußball Vom Abseits bis zum Rückpass

Fußball ist ein traditioneller Sport. Nur selten wurden die Regeln geändert. Sein weltweiter Erfolg wird dadurch begründet, meinen Experten. In 126 Jahren trafen die Regelhüter dennoch manch bahnbrechende Entscheidung. Einige klingen heute skurril.

DPA

Hamburg - Der Fußball lebt von seinen einfachen Regeln. Viele Änderungen hat es seit der ersten Niederschrift der Regularien durch den englischen Verband im Jahr 1863 nicht gegeben. Die Einführung von technischen Hilfsmitteln für Schiedsrichter am Donnerstag durch das International Football Association Board (IFAB) ist eine der gravierendsten Veränderungen seit der Einführung von Gelben und Roten Karten vor 42 Jahren.

1866: Vorwärtspässe werden erlaubt. Der Fußball emanzipiert sich vom Rugby. Spieler dürfen den Ball auch nach vorne spielen. Vorher war dies verboten. Alle Spieler, die sich beim Abspiel vor dem Passgeber befanden, standen im Abseits.

1891: Der Schiedsrichter betritt die Fußball-Bühne. Immer häufigere Streitigkeiten über Regelauslegung erfordern die Einführung eines Unparteiischen. Zuvor wurden Verstöße unter den Spielern geklärt.

1891: Der Strafstoß wird eingeführt. Der sogenannte Todesschuss ("kick of death") darf bis 1902 von einer imaginären Linie elf Meter vom Tor entfernt ausgeführt werden. Erst dann wird der Elfmeterpunkt vorgestellt.

1912: Der Torwart verliert ein elementares Recht - er darf nur noch im Strafraum den Ball in die Hand nehmen. Sein Trikot muss sich schon seit 1909 farblich von dem der Mitspieler unterscheiden.

1925: Die Abseitsregel wird gelockert. Der Schiedsrichter entscheidet ab sofort auf Abseits, wenn im Moment der Ballabgabe weniger als zwei statt bislang drei Spieler näher zur Torauslinie stehen, als ein gegnerischer Spieler.

1968: Das Ein- und Auswechseln von Spielern wird erlaubt. Zunächst ist das Wechseln aber nur bei Verletzungen möglich. Zudem darf laut Regel maximal ein Torwart und ein Feldspieler ausgetauscht werden. Heute sind bis zu drei Auswechslungen auch aus taktischen Gründen gestattet.

1970: Gelbe und Rote Karten werden eingeführt. Die Schiedsrichter bekommen erstmals Sanktionsmöglichkeiten, um Fouls und sonstige Vergehen der Spieler zu ahnden. Bei der WM 1970 kommt die Regel erstmals zum Einsatz.

1990: Die Abseitsregelung wird überarbeitet. Laut neuer Regelung befinden sich Spieler, die bei Ballabgabe auf gleicher Höhe mit dem Gegner stehen, nicht mehr im Abseits.

1992: Die Rückpassregel wird modifiziert. Der Torwart darf absichtliche Rückpässe von einem eigenen Mitspieler nicht mehr mit der Hand aufnehmen. Ein Verstoß gegen diese Regel wird vom Schiedsrichter mit einem indirekten Freistoß bestraft.

mib/dpa

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