Ehemaliger Bundesligist Alemannia Aachen stellt Insolvenzantrag

Die Verhandlungen mit einem Investor scheiterten, jetzt sahen die Klubchefs nur noch einen Ausweg: Der Traditionsverein Alemannia Aachen hat einen Insolvenzantrag eingereicht. Es drohen neun Punkte Abzug.

Stadion in Aachen
AFP

Stadion in Aachen


Der ehemalige Bundesligist Alemannia Aachen hat Insolvenz angemeldet. Ein entsprechender Antrag ist beim Amtsgericht Aachen gestellt worden. Diese Vorgehensweise war aufgrund einer drohenden Zahlungsunfähigkeit notwendig, teilte der Klub mit. Die Deckungslücke soll mehrere hunderttausend Euro betragen haben. Durch den Insolvenzantrag werden dem Verein voraussichtlich neun Punkte vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgezogen.

"Trotz intensivster Bemühungen waren unter anderem die Verhandlungen mit einer Investorengruppe bis in die vergangene Woche ohne Erfolg geblieben", schrieb die Alemannia. Die Investorenlösung sei auch an der "ablehnenden Haltung großer Teile von Fangruppierungen" sowie an der Rechtsunsicherheit im Zusammenhang mit der möglichen Besteuerung von Sanierungsgewinnen gescheitert. Der Aufsichtsrat der Alemannia Aachen GmbH erklärte gleichzeitig gemeinschaftlich seinen Rücktritt.

"Der Insolvenzantrag ist ein für alle sehr schwerer Schritt, stellt aber in der schwierigen Gesamtsituation die einzige Handlungsalternative dar", sagte der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Christian Steinborn. Der Verein hat bereits seit Jahren finanzielle Probleme.

Der Verein erwartet, dass das Gericht die ersten Weichen zur Aufrechterhaltung des Spielbetriebs stellen und einen vorläufigen Insolvenzverwalter ernennen wird, teilte die Alemannia mit.

In der Regionalliga West belegt der Traditionsklub zurzeit den vierten Platz. Am vergangenen Sonntag hatte die Alemannia bei Tabellenführer Viktoria Köln 2:1 gewonnen. Trotz des möglichen Punkteabzugs von neun Zählern würde der Klub deutlich vor der Abstiegszone bleiben.

jan/sid/dpa



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