Regionalliga Nord HSV-Reserve blamiert sich mit sechs Profis

Der Hamburger SV hat das Ziel Europa League ausgegeben - doch seine Spieler helfen nicht mal der eigenen Regionalliga-Mannschaft. Gleich sechs Profis sprangen beim Spiel der Reserve in Rehden ein und erlebten ein Debakel. HSV-Cheftrainer Thorsten Fink reagierte "enttäuscht".
HSV-Profi Bruma: 1:4-Niederlage in der Regionalliga Nord

HSV-Profi Bruma: 1:4-Niederlage in der Regionalliga Nord

Foto: Dennis Grombkowski/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - Der Hamburger SV eilt von Tiefpunkt zu Tiefpunkt. Vergangenes Wochenende kassierte das Team eine historische 2:9-Niederlage in München, statt der angekündigten Wiedergutmachung gab es am Samstag ein 0:1 gegen Freiburg. Doch es geht noch schlimmer: Einen Tag später verlor die zweite Mannschaft des Clubs in der Regionalliga Nord 1:4 (0:2) in Rehden - obwohl sechs Profis in der Startelf standen.

Das Reserveteam des Vereins steckt in der Regionalliga Nord mitten im Abstiegskampf. Um den Klassenerhalt zu sichern, sollen Bundesliga-Profis das Team verstärken. Der Plan ging nach hinten los: In Rehden standen mit Zhi-Gin Lam, Jeffrey Bruma, Slobodan Rajkovic, Gojko Kacar, Jacopo Sala und Petr Jiracek gleich sechs erstligaerfahrene Spieler in der Startelf, auch Christian Nörgaard und Valmir Nafiu hatten in dieser Saison bereits im Bundesliga-Kader gestanden.

Bruma mit Eigentor, Abstieg steht bevor

Doch eine Hilfe waren sie nicht, Rehden führte schon nach einer guten halben Stunde durch Tore von Stefan Heyken (21. Minute) und Danny Arend (33.). In der zweiten Halbzeit konnte der HSV unter den Augen von Profi-Trainer Thorsten Fink und Sportchef Frank Arnesen zwar durch Bruma verkürzen (74.). Doch Rehden schlug direkt zurück und stellte durch Paul Kosenkow (78.) den alten Abstand wieder her. Für den Schlusspunkt sorgte ausgerechnet der niederländische Nationalspieler Bruma mit einem Eigentor (80.).

Fink sagte dem "Hamburger Abendblatt": "Dieses Ergebnis ist besorgniserregend. Ich bin sehr enttäuscht, mit so einem Spiel habe ich nun wirklich nicht gerechnet." Dabei hatte der Cheftrainer noch sein Möglichstes gegeben, um für einen Erfolg zu sorgen. "Ich habe den Jungs vor dem Spiel noch mal gesagt, dass ich zuschaue, aber offenbar war das nicht Motivation genug", sagte Fink.

Nach der 14. Saisonniederlage ist das Team weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz, es droht der Abstieg in die fünftklassige Oberliga Hamburg. Bei nur 16 Punkten beträgt der Rückstand auf den Tabellen-15. Oberneuland bereits sechs Punkte. Als letzte Hoffnung bleibt dem Team die Tatsache, dass es in dieser Saison für den Klassenerhalt nur zwei Teams hinter sich lassen muss. Mit dem VfB Lübeck, der Insolvenzantrag gestellt hat, steht bereits der erste Absteiger fest.

Wie dies - und die von Clubchef Carl-Edgar Jarchow geforderte Europa-League-Qualifikation - gelingen soll, ist nach den vergangenen Resultaten jedoch fraglicher denn je.

leh
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