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16. März 2019, 20:53 Uhr

Nach Ausbootung von Weltmeister-Trio

DFB-Chef Grindel kritisiert Führungsstil von Bundestrainer Löw

Nachdem Hummels, Boateng und Müller enttäuscht auf ihre Ausmusterung aus der Nationalmannschaft reagiert hatten, stimmt nun auch DFB-Boss Reinhard Grindel in die Kritik am Bundestrainer ein.

DFB-Präsident Reinhard Grindel hat Bundestrainer Joachim Löw wegen der Art der Ausbootung der drei 2014er-Weltmeister Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller deutlich kritisiert.

"Ich glaube, dass es klug gewesen wäre, schon am Dienstag selbst, am Tag der Entscheidung, im Rahmen einer Pressekonferenz persönlich einerseits die Wertschätzung für die Spieler deutlich zu machen, andererseits die inhaltlichen Gründe der Öffentlichkeit zu vermitteln, warum man jetzt einen anderen Weg gehen will - so überzeugend, wie er das auf seiner Pressekonferenz (zur Kadernominierung, d. Red.) gemacht hat", sagte Grindel am Rande des Fifa-Kongresses in Miami dem ZDF. "Wenn man das gleich gemacht hätte, wären sehr viele Fragen beantwortet und damit auch sehr viele Missverständnisse vermieden worden."

Löw hatte an jenem Dienstag Boateng, Hummels und Müller in kurzen Gesprächen auf der Geschäftsstelle von Bayern München überraschend erklärt, dass er nicht mehr mit ihnen plane. Der DFB hatte die Entscheidung anschließend in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Alle drei Spieler hatten in der Folge enttäuscht auf die Art der Ausmusterung reagiert. Löw selbst hatte sich zu seinen Beweggründen erst am Freitag geäußert.

Grindel betonte, dass er grundsätzlich die Entscheidungen des Bundestrainers mittrage. Er selbst sei von Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff an jenem Vormittag des 5. März angerufen und über die Personalentscheidungen "umfassend informiert worden".

Dies hätte man nach Grindels Ansicht aber ebenfalls besser kommunizieren können: "Es wäre möglicherweise richtig gewesen, und darüber sprechen wir auch noch mal im Rahmen der Delegation, umfassend alle Delegationsmitglieder zu informieren."

Löw selbst sieht dies wohl völlig anders, wie er zuletzt klarstellte: "Sportliche Entscheidungen treffe ich autark. Ich habe die absolute Entscheidungshoheit. Warum wir manche Leute nicht informiert haben: Der Kreis war klein, Oliver Bierhoff plus mein Trainerteam."

sak/sid

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