Geheime Nebeneinkünfte Grindel verstieß gegen DFB-Präsidiumsbeschluss

Reinhard Grindel hat offenbar seine Amtspflichten verletzt. Der zurückgetretene DFB-Chef hätte Mehreinkünfte umgehend melden müssen - was er aber nicht tat.

Reinhard Grindel
Alexander Scheuber/ Getty Images

Reinhard Grindel


Reinhard Grindel hat im Zusammenhang mit seinen geheimen Nebeneinkünften als Aufsichtsratschef einer DFB-Tochter offenbar seine Amtspflichten verletzt. Dies geht aus einer Entscheidungsvorlage für das DFB-Präsidium hervor. In dem Dokument heißt es zunächst, Grindel solle als Präsident neben seiner Aufwandsentschädigung von 7200 Euro im Monat weitere 7200 Euro Verdienstausfall vom DFB bekommen - weil er sein Bundestagsmandat aufgegeben habe.

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Dieser Verdienstausfall könne aber wieder gestrichen werden, "wenn sich die wirtschaftliche Situation von Herrn Grindel so verändert, dass die Leistung des Verdienstausfalls nicht mehr gerechtfertigt ist". Weiter heißt es: "Herr Grindel wird das Präsidium über derartige Änderungen unverzüglich unterrichten." Demzufolge hätte er selbst seine Mehreinkünfte dem Präsidium umgehend melden müssen, als das Aufsichtsratsgeld der DFB-Tochter zu fließen begann.

Dieses Versäumnis könnte in der Frage, ob Grindel seine Aufsichtsratstantiemen in Höhe von 78.000 Euro zurückzahlen muss, eine entscheidende Rolle spielen. Die DFB-Ethikkommission wird sich in ihrer Sitzung am 10. April mit dieser Thematik befassen.

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Dudenquatscher 05.04.2019
1. Das ist wohl ein Witz?
Hier mal ein kurzes Zitat aus der Süddeutschen vor 2 Tagen (Es geht um FIFA und UEFA): "Außerdem steht in den Statuten, dass die Ratsmitglieder für drei Sitzungen im Jahr eine Vergütung von 250 000 Dollar erhalten. Netto. Unabhängig davon, wer kocht. Und weil Reinhard Grindel ja auch noch Vize-Präsident im Exekutivkomitee der Uefa ist, kommen noch einmal jährlich 250 000 Euro dazu. Brutto diesmal." Da hätte die Bundestags-Ersatzpauschale wohl auch schon gestrichen werden müssen. Aber ja, stimmt, das wußte der DFB sicher nicht, genau wie er nicht wußte, das Grindel bei einem eigenen Tochterunternehmen auch noch kassiert. So wurde mal wieder richtig gezeigt, wie Millionen Mitglieder in den Vereinen beschissen und benutzt werden. Eine Schande das!
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