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Dortmund vs. Schalke: Neuer, Neuer, immer wieder Neuer

Foto: INA FASSBENDER/ REUTERS

Remis gegen Dortmund Neuer verhindert Schalker Derby-Debakel

Selten war der Revierschlager so einseitig: Borussia Dortmund dominierte den FC Schalke nach Belieben, erzielte aber keinen Treffer. Der Held bei den Gästen war Torwart Manuel Neuer. Er allein verhinderte ein Debakel der Königsblauen.

Hamburg - Platz eins gegen Rang elf, 25 Punkte Differenz, die derzeitige Über-Mannschaft aus Dortmund gegen den kriselnden Vizemeister aus Gelsenkirchen: Selten war ein Derby zwischen dem BVB und Schalke 04 von derart unterschiedlichen Vorzeichen geprägt. Und selten sagte ein Ergebnis im Nachhinein so wenig über den Spielverlauf aus, wie das 0:0 zwischen Dortmund und Schalke zum Auftakt des 21. Spieltags.

Nach dem Unentschieden bleibt Dortmund Tabellenführer, hat jetzt 51 Punkte. Verfolger Leverkusen kann den Rückstand am Samstag mit einem Sieg in Nürnberg (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf neun Punkte reduzieren. Schalke ist mit 26 Zählern vorläufig Neunter.

Dortmund, das Schalke beim 3:1-Sieg im Hinspiel phasenweise vorgeführt hatte, war auch vor heimischer Kulisse die bessere Mannschaft. Bereits in der dritten Minute vergab Mario Götze die Chance zur Führung, als er allein vor dem Schalker Gehäuse Manuel Neuer anschoss. Nur zwei Minuten später tauchte Jakub Blaszczykowski vor Schalkes Keeper auf, wieder rettete der Nationaltorwart. In der siebten Minute parierte er zudem einen Schuss von Dortmunds Abwehrspieler Mats Hummels.

80.720 Zuschauer sahen schon in den ersten 45 Minuten ein einseitiges Derby. Schalkes Abwehr war komplett überfordert. Die Innenverteidigung um Benedikt Höwedes und den ehemaligen Dortmunder Christoph Metzelder offenbarte große Abstimmungsschwierigkeiten, das defensive Mittelfeld fand nicht statt. Ungehindert konnte der BVB kombinieren, immer wieder erspielte sich die Offensive Räume. Die Außenverteidiger Atsuto Uchida und Lukas Schmitz bekamen ihre Gegenspieler Kevin Großkreutz und Blaszczykowski nie in den Griff.

"Wir waren viel zu nervös", kritisierte Schalkes Trainer Felix Magath. "Wir haben in der ersten halben Stunde überhaupt nicht ins Spiel gefunden". Zu Neuer sagte er: "Wir haben einen überragenden Torhüter, der uns heute im Spiel gehalten hat."

Dortmund war selbst in dieser bislang starken Saison einem Gegner selten so überlegen. Nutzen konnte der BVB das aber nicht. Dass es auch in der 21. Minute noch 0:0 stand, war wieder Neuer zu verdanken, der gegen Blaszczykowski Sieger blieb. Und zehn Minuten vor dem Pausenpfiff vergab Lucas Barrios die fünfte BVB-Großchance: Nach Pass von Götze lief der Torjäger Metzelder davon, spitzelte den Ball aber am rechten Pfosten vorbei (35.). Auch in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte wurde die Dortmunder Abwehr, in der Felipe Santana den gelbgesperrten Neven Subotic ersetzte, nicht ernsthaft gefordert.

Barrios und Götze treffen nur den Pfosten

In der zweiten Halbzeit dauerte es sechs Minuten bis zur ersten Gelegenheit der Gastgeber: Barrios verzog knapp (51.), kurz darauf traf er den Pfosten (55.). Plötzlich zeigte sich aber auch Schalke: Jefferson Farfán setzte den Ball nach Vorarbeit von Schmitz aus kurzer Distanz knapp neben das Tor von BVB-Keeper Roman Weidenfeller (56.).

Dortmund blieb überlegen, doch den Angriffen fehlte nun der Druck der ersten Halbzeit. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp spielte nicht mehr konsequent nach vorne, Schalke schaffte es häufiger in die gegnerische Hälfte. Für einen Hauch von Gefahr sorgten aber allenfalls Standardsituationen. Manuel Neuer, in der ersten Halbzeit noch im Dauerstress, musste erst in der 65. Minute wieder eingreifen: Sven Benders Direktabnahme stellte den 24-Jährigen aber vor keine großen Probleme.

Dafür hätte José Manuel Jurado den Spielverlauf in der 77. Minute beinahe auf den Kopf gestellt. Allein vor Weidenfeller brachte der Spanier den Ball nicht im Tor des BVB unter. Im Gegenzug riskierte Neuer einen Platzverweis, als er etwa 30 Meter vor dem Tor gegen den eingewechselten Robert Lewandowski klärte - regelkonform mit der Brust.

Dem kriselnden FC Schalke, bei dem jüngst einige Fans Trainer Magath wegen dessen Transferpolitik hart kritisiert hatten, reichte am Ende ein glänzender Neuer und jede Menge Glück. In der 85. Minute hatte Dortmunds Götze den Schalker Keeper bereits umkurvt und traf den Pfosten. Schalkes Held blieb nach dem Schlusspfiff bescheiden. Statt von seiner Leistung zu reden, räumte er ein, dass "wir zur Zeit verunsichert sind. Uns fehlt das Selbstbewusstsein."

Selbstkritik herrschte auch beim Gegner: "Ich glaube, wir haben heute vieles richtig gemacht. Wir müssen einfach die Tore erzielen, dann gewinnen wir hier 3:0 und keiner kann sich beschweren", sagte BVB-Verteidiger Hummels nach der Partie. Sein Trainer gab sich gelassener: "Wir haben unsere Chancen nicht genutzt. Das passiert. Wir müssen und können damit leben", analysierte Jürgen Klopp.

Borussia Dortmund - Schalke 04 0:0
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Hummels, Felipe Santana, Schmelzer - S. Bender, Sahin - Blaszczykowski (89. Zidan), M. Götze, Großkreutz (73. Lewandowski) - Barrios
Schalke: Neuer - Uchida, Höwedes, Metzelder, Schmitz - Annan (76. Papadopoulos), Kluge - Farfán, Jurado (81. Hao) - Raul, Huntelaar (87. Draxler)
Schiedsrichter: Weiner
Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Bender (2), Großkreutz (3) - Huntelaar, Schmitz (6), Hao

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