Fotostrecke

Hamburg vs. Kaiserslautern: Guerrero rettet Hamburg

Foto: dapd

Remis gegen Kaiserslautern HSV verpasst Befreiungsschlag

Der Hamburger SV wartet weiter auf den Fink-Effekt: Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer kam der taumelnde Bundesligist wieder nicht über ein Unentschieden hinaus. Gegen Kaiserslautern waren die Gastgeber aber immerhin das engagiertere Team - trotz einer frühen Roten Karte.

Hamburg - Der Hamburger SV kommt auch mit Thorsten Fink vorerst nicht aus der Krise. Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer stimmte erneut der Einsatz, das Ergebnis aber nicht. Das 1:1 (0:1) gegen Kaiserslautern bringt den HSV kaum voran. Beide Teams bleiben durch das Unentschieden mittendrin im Tabellenkeller. Der HSV hat nach elf Spielen nun neun Punkte, Kaiserslautern ist mit zwölf Punkten 13. Die Gäste-Führung erzielte Pierre De Wit in der 38. Minute, Paolo Guerrero gelang der Ausgleich (64.).

Zu diesem Zeitpunkt war der HSV längst in Unterzahl. Nach einem Ellenbogencheck gegen Christian Tiffert sah Hamburgs Innenverteidiger Slobodan Rajkovic wegen groben Foulspiels die Rote Karte (22.). Tiffert musste am Spielfeldrand wegen einer blutenden Wunde am Kopf mit mehreren Stichen genäht werden.

"Wir haben alles gegeben", sagte HSV-Sportdirektor Frank Arnesen, "ein Punkt so lange Zeit mit einem Spieler weniger ist hervorragend." Dem Leiter der Partie, Markus Schmidt, stellte Arnesen ein schlechtes Zeugnis aus: "Wir haben gegen zwölf Mann gespielt - Kaiserslautern und den Schiedsrichter." Diese Aussage könnte Arnesen teuer zu stehen kommen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verhängt regelmäßig Geldstrafen wegen öffentlicher Kritik an den Schiedsrichtern.

Diplomatischer drückte sich HSV-Trainer Fink aus: "In dieser Situation muss man keine Rote Karte geben, man kann es aber. Rajkovic hat nicht geschlagen", sagte Fink. "Durch den Platzverweis war unser taktisches Konzept über den Haufen geworfen."

Fotostrecke

Zwölf des Tages: Treffsichere Verteidiger, Kurzarbeiter und ein Nasenbeinbruch

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Vor 55.000 Zuschauern in der fast ausverkauften Hamburger Arena gehörte die Anfangsphase den Gästen. Schon in der dritten Minute wäre Kaiserslautern beinahe in Führung gegangen, ein verdeckter Schuss von De Wit flog nur knapp am linken Pfosten vorbei. Elf Minuten später traf Dorge Kouemaha aus aussichtsreicher Position nur das Außennetz.

Guerreros Tor zählt nicht

Ohne den verletzten Torjäger Mladen Petric (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fehlte dem HSV die Durchschlagskraft. Marcus Berg blieb wirkungslos. Auf der Gegenseite schloss De Wit einen Angriff der Gäste über die rechte Seite ab. Olcay Sahans Flanke in den Strafraum legte Konstantinos Fortounis für seinen Kollegen ab, der den Ball aus zentraler Position von der Strafraumgrenze in den rechten Winkel hämmerte. Pech hatten die Gastgeber, als Marcell Jansen zwei Minuten nach dem Führungstor des FCK nur die Latte traf (40.).

Die zweite Hälfte begann mit einem Schock für die Gastgeber, ein Freistoß von De Wit verfehlte sein Ziel nur um Zentimeter (47.). Hamburg versuchte mit Härte auf die Überzahl des Gegners zu reagieren. Erst sah Heiko Westermann früh in der zweiten Hälfte Gelb, dann schrammte Jansen nur knapp an einer Verwarnung vorbei. Der linke Offensivspieler hatte allerdings auch die erste gute Gelegenheit des HSV nach dem Wiederanpfiff. Sein Schuss von halblinks rauschte knapp am Tor vorbei (57.).

Kurz darauf kochte die Stimmung im Stadion. Paolo Guerrero dreht bereits jubelnd nach dem vermeintlichen Ausgleich ab, als er wegen eines angeblichen Handspiels zurückgepfiffen wurde (58.). Immerhin war der HSV, der über weite Strecken der Partie die Struktur vermissen ließ, nun überlegen. Kaiserslautern kam nicht mehr zu Kontersituationen. Für ihre Passivität wurden die Gäste bestraft. Gökhan Töre flankte von rechts, Guerrero setzte sich in der Mitte gegen Martin Amedick durch und köpfte unhaltbar für Kevin Trapp zum 1:1 ein (64.).

Mehr als 20 Minuten hatte der HSV nun noch Zeit, den ersten Sieg unter Fink herauszuspielen. Lautern wirkte in der Abwehr nicht mehr sicher, doch die Gastgeber kamen trotzdem nur selten zu klaren Aktionen. In der 76. Minute hatten die Hamburger sogar Glück, als Jaroslav Drobny gegen den eingewechselten Itay Shechter rettete. Sechs Minuten später köpfte Mathias Abel an die Latte. Am Ende blieb es bei dem Remis, das keinem der beiden Teams weiterhilft. "Wir haben gute Qualität", sagte HSV-Trainer Fink, der optimistisch bleibt, dass die Hamburger die Klasse halten werden: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir wieder ein Heimspiel gewinnen. Wir fighten und werden am Ende über dem Strich stehen."

Hamburger SV - 1. FC Kaiserslautern 1:1 (0:1)
0:1 De Wit (38.)
1:1 Guerrero (65.)
Hamburg: Drobny - Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo - Kacar (83. Tesche), Rincon - Töre (81. Lam), Jansen - Guerrero, Berg (38. Diekmeier)
Kaiserslautern: Trapp - Dick, Amedick, Abel, Bugera - De Wit (75. Shechter), Kirch - Sahan (67. Sukuta-Pasu), Tiffert, Fortounis (90. Petsos) - Kouemaha
Schiedsrichter: Markus Schmidt
Zuschauer: 55.348
Gelbe Karten: Westermann (3), Diekmeier - Kouemaha, Sukuta-Pasu (3)
Rote Karte: Rajkovic wegen groben Foulspiels (22.)

chp/dpa/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.