Remis im Länderspiel DFB-Elf müht sich gegen destruktive Schweden

Keine Tore, kaum Höhepunkte: Es war ein trostloser Kick, den sich Schweden und die deutsche Nationalmannschaft lieferten. Insbesondere die Gastgeber trugen kaum etwas zu einem attraktiven Spiel bei. Für die DFB-Elf liefen viele Talente auf - einer der wenigen Lichtblicke in Göteborg.

dapd

Hamburg - Die Youngster durften ran, verletzt hat sich niemand, und zum Abschluss des Länderspieljahres 2010 gab es keine Niederlage: In der Partie der deutschen Nationalmannschaft gegen Schweden waren es die kleinen Dinge, die positiv stimmten. Und viel mehr Erwärmendes gab es vor 21.959 Zuschauern auch nicht im kalten Göteborger Ullevi-Stadion, in dem sich beide Teams bei Temperaturen um den Gefrierpunkt 0:0 trennten.

"Jugend forscht" war das Motto der Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bei der in Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira nur zwei WM-Stammspieler von Beginn an aufliefen. In der Innenverteidigung durfte Dortmunds Mats Hummels ran, auf der linken Verteidigerposition sein Vereinskollege Marcel Schmelzer. Der dritte BVB-Spieler in der Startformation war Kevin Großkreutz, der im offensiven Dreier-Mittelfeld neben Lewis Holtby vom FSV Mainz und dem Bremer Marko Marin auflief. Später kamen auch der Mainzer André Schürrle und Dortmunds Mario Götze zu ihrem Debüt in der Nationalmannschaft.

Doch so viel Euphorie diese jungen Spieler in der Bundesliga in dieser Saison bislang verbreitet hatten, so glanzlos blieb weitgehend ihr Auftritt im DFB-Dress. Ihnen deswegen einen Vorwurf zu machen, wäre allerdings unredlich, denn es waren die Schweden, die mit ihrer destruktiven Spielweise eine ansehnliche Partie verhinderten.

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Länderspiel gegen Schweden: Debütantenball in Göteborg
"Es war schnell klar für mich, dass es ein Geduldsspiel werden würde. Die Schweden standen mit zehn Mann hinten drin. Aber ich denke, wir haben eine engagierte Leistung gezeigt, gerade wenn man auch bedenkt, wie viele Neulinge im Team standen. Mit ihnen war ich absolut zufrieden", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Befreiungsschläge waren das von den Gastgebern gewählte Mittel, um sich die deutsche Mannschaft vom Hals zu halten. Vorn hofften sie auf Konter. Schwedens einzige Sturmspitze Ola Toivonen vergab in der 40. Minute die größte Chance zur Führung, doch dem Angreifer vom PSV Eindhoven versprang der Ball in aussichtsreicher Position.

Das überlegene deutsche Team war wenigstens um Spielfluss und Kreation eigener Chancen bemüht. Doch der nicht eingespielten DFB-Elf fehlten die Mittel und Ideen, um die kompakte schwedische Abwehr zu überwinden. Schmelzer hatte für Deutschland mit einem Distanzschuss (36.) die beste Möglichkeit vor der Halbzeitpause, doch Schwedens Schlussmann Andreas Isaksson konnte gegen den Dortmunder ebenso parieren wie wenig später gegen Schweinsteiger.

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DFB-Einzelkritik: Adler ungeprüft, Holtby überzeugend
Nach der Pause war es der 20-jährige Holtby, der von den Nachwuchsspielern im zentralen offensiven Mittelfeld den besten Eindruck hinterließ und in der 58. Minute die Führung verpasste, als er mit einem Schuss aus spitzem Winkel scheiterte. Die größte Chance, das Länderspiel-Jahr doch noch mit einem Sieg abzuschließen, vergab der eingewechselte Toni Kroos (70.), der an Isaksson scheiterte.

Bei der DFB-Elf kam im Gegensatz zum zentralen Mittelfeld zu wenig Druck von den Außenbahnen. Auf der für ihn ungewohnten rechten Seite fand Großkreutz in seinem zweiten Länderspiel kaum Bindung zum Spiel, auf links agierte Marin gewohnt fleißig, aber wenig effektiv.

Die Abwehr um HSV-Kapitän Heiko Westermann stand sicher und ließ kaum etwas zu - was gegen offensiv harmlose Schweden auch nicht die schwierigste Aufgabe des Spiels war. Einen entsprechend ruhigen Abend verlebte Torhüter René Adler.

Am Ende stand im 17. Länderspiel dieses Jahres das zweite Remis neben zwölf Siegen und drei Niederlagen. Doch trotz der fehlenden Tore war ein Youngster besonders zufrieden. "Ich war sehr aufgeregt. Das war eine wichtige Erfahrung für mich. Ich hatte ziemliches Herzrasen. Aber die Mitspieler haben es mir sehr leicht gemacht", sagte Mario Götze, der bei seinem Zwölf-Minuten-Einsatz mit 18 Jahren und 167 Tagen zum siebtjüngsten Nationalspieler in der deutschen Länderspielgeschichte avancierte.

Schweden - Deutschland 0:0
Schweden:
Isaksson - Lustig (69. Safari), Granqvist, Majstorovic , Wendt - Svensson, Källström (88. Gerndt) - Larsson, Wernbloom (76. R. Elm) , Wilhelmsson - Toivonen (69. Berg)
Deutschland: Adler - Boateng (46. Beck), Hummels, Westermann, Schmelzer - Khedira (60. Träsch), Schweinsteiger (60. Kroos) - Holtby (79. Schürrle), Großkreutz (79. Götze), Marin (60. Cacau) - Gomez
Schiedsrichter: Carballo (Spanien)
Zuschauer: 21.959
Gelbe Karte: Källström

Mit Material von sid und dpa

insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
wehnen 18.11.2010
1. Schweinsteiger
Warum bekommt Schweinsteiger eigentlich keine Strafe für seinen Ellenbogenschlag gegen Pinola ? Hat er auch schon den Heldenbonus ?
olymp666 18.11.2010
2.
Zitat von wehnenWarum bekommt Schweinsteiger eigentlich keine Strafe für seinen Ellenbogenschlag gegen Pinola ? Hat er auch schon den Heldenbonus ?
Warum tut das hier was zur Sache ?
hwolf@gmx.net 18.11.2010
3. Solche Spiele braucht kein Mensch
Zitat von sysopKeine Tore, kaum Höhepunkte: Es war ein trostloser Kick, den sich Schweden und die deutsche Nationalmannschaft lieferten. Insbesondere die Gastgeber trugen kaum etwas zu einem attraktiven Spiel bei. Für die DFB-Elf liefen viele Talente auf - einer der wenigen Lichtblicke in Göteborg. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,729729,00.html
Alle beklagen sich darüber, dass der Spielplan viel zu voll ist und dann sowas. Ein Spiel für den Mülleimer, ohne jede Erkenntnis, für die es ja angeblich gedacht war. Die einzige Erkenntnis ist die: weglassen.
JBond 18.11.2010
4. Jugend forscht
Zitat von hwolf@gmx.netAlle beklagen sich darüber, dass der Spielplan viel zu voll ist und dann sowas. Ein Spiel für den Mülleimer, ohne jede Erkenntnis, für die es ja angeblich gedacht war. Die einzige Erkenntnis ist die: weglassen.
Löw kann aber Leute wie Schürle und Götze aber schwierig in ein Qualifikationsspiel bringen, ohne sie mal im Nationaldress spielen gesehen zu haben. Gerade für die Jungen geht es doch auch um das Feeling, und das gemeinsame Training mit der Nationalmannschaft. Dass die Spiele dann keinen vom Hocker reißen, mag ja sein - aber sollten deshalb auch die Testspiele von Bundesligisten abgeschafft werden?
hwolf@gmx.net 18.11.2010
5. Erkenntnisse?
Zitat von JBondLöw kann aber Leute wie Schürle und Götze aber schwierig in ein Qualifikationsspiel bringen, ohne sie mal im Nationaldress spielen gesehen zu haben. Gerade für die Jungen geht es doch auch um das Feeling, und das gemeinsame Training mit der Nationalmannschaft. Dass die Spiele dann keinen vom Hocker reißen, mag ja sein - aber sollten deshalb auch die Testspiele von Bundesligisten abgeschafft werden?
Ich wüsste nicht, welche "Erkenntnis" dort gewonnen werden konnte. Dass die Leute Fußball spielen können, weiß man. Dass man von einer kurzfristig wild zusammengewürfelten Mannschaft kein vernünftiges Zusammenspiel erwarten kann, weiß man auch. Was für "Erkenntnisse" will man da gewonnen haben? Alles Ausrede. Es geht um Werbeeinnahmen.
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