Remis in Stuttgart Niedermeier verdirbt Magath den Traum-Einstand

Ein Last-Minute-Tor hat Felix Magath das Comeback in Wolfsburg verdorben. Der Stuttgarter Niedermeier traf in der Nachspielzeit und sicherte seinem Club einen wichtigen Punkt im Abstiegskampf. Magath kritisierte anschließend sein Team. Leverkusen feierte gegen Schalke einen souveränen Heimsieg.

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Hamburg - Lange sah es nach einem Traumeinstand für Felix Magath beim VfL Wolfsburg aus. Sehr lange sogar. Um genau zu sein: Bis zur vierten Minute der Nachspielzeit im Aufeinandertreffen mit dem VfB Stuttgart. Dann gelang Georg Niedermeier doch noch der viel umjubelte Ausgleich zum 1:1 (0:1). Der Brasilianer Grafite, der in der Meistersaison unter Magath mit 28 Treffern Torschützenkönig geworden war, hatte Wolfsburg in der 39. Minute in Führung gebracht. Damit bleibt der VfL als 17. auf einem Abstiegsplatz, Stuttgart liegt auf Rang 15.

Kurz nach dem Abpfiff erklärte Magath, dass er um den Klassenerhalt bangt. "Natürlich mache ich mir ernsthafte Sorgen. Die Spieler sind technisch in Ordnung, glauben, dass sie besser sind als der Rest, aber sie haben noch nicht registriert, dass sie auf einem Abstiegsplatz stehen. Es muss erst einmal ins Bewusstsein der Spieler, dass sie die einzigen sind, die die Situation ändern können", sagte er und kritisierte vor allem die Fitness seiner Spieler: "Der Zustand der Mannschaft ist einfach schlecht. Körperlich ist da nichts drin. Wir sind bestraft worden, weil wir nicht mehr getan haben."

Der ehemalige Schalker Magath, der 665 Tage nach der Meisterfeier 2009 erstmals wieder auf der VfL-Bank Platz nahm, wartete in der Aufstellung gleich mit einer Überraschung auf. Anstelle des angeschlagenen Stammkeepers Diego Bengalio stand nicht der bisherige Ersatz Marwin Hitz, sondern Routinier André Lenz im Tor. Der 37-Jährige sorgte somit auch dafür, dass beim Magath-Comeback die älteste Wolfsburger Mannschaft in dieser Saison auf dem Feld stand. Insgesamt bot Magath sieben Spieler auf, die 2009 mit ihm deutscher Meister geworden waren.

Der VfB musste nach zuvor drei Siegen in Folge kurz vor dem Anpfiff einen personellen Rückschlag hinnehmen. Der in letzten Wochen überzeugende Spielmacher Tamas Hajnal fehlte wegen einer Oberschenkelzerrung, für ihn rückte der Ex-Wolfsburger Christian Gentner vom defensiven ins offensive Mittelfeld.

Grafite vergibt, Niedermeier trifft

Beiden Teams gelang im Spiel nach vorne zunächst wenig. So dauerte es bis zur 24. Minute, ehe die 39.000 Zuschauer in der ausverkauften Baustelle der Stuttgarter Arena die erste Chance sahen. Einen Linksschuss von Timo Gebhart aus spitzem Winkel parierte Lenz mit den Fäusten.

Nachdem die Gäste durch einen Kopfball von Makoto Hasebe über das Tor (27.) eine erste Offensivaktion hatten, gingen sie beinahe in Führung: Eine Fehler von Serdar Tasci nutzte Grafite, um seinen brasilianischen Landsmann Diego zu bedienen, doch der scheiterte aus drei Metern am glänzend reagierenden Sven Ullreich im VfB-Tor. Kurz vor der Pause dann ein weiterer Schock für die Schwaben: In Zdravko Kuzmanovic humpelte ein weiterer Mittelfeldspieler mit einer Knieverletzung vom Feld, für ihn kam Elson. Nur wenige Sekunden danach erzielte Grafite, der den Ball im Zweikampf geschickt abschirmte, das Führungstor.

In der zweiten Halbzeit gelang beiden Teams wenig. Ullreich rettete nach einem Freistoß gegen den freistehenden Jan Polak (65.). Auf der Gegenseite war Grafite bei Konterchancen zu unkonzentriert (80., 82.). Niedermeier sorgte mit seinem sehenswerten Treffer dann noch für das Last-Minute-Unentschieden.

VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 1:1 (0:1)
0:1 Grafite (40.)
1:1 Niedermeier (90.+4)
Stuttgart: Ulreich - Celozzi (67. Schipplock), Tasci (46. Boulahrouz), Niedermeier, Molinaro - Träsch, Kuzmanovic (39. Elson) - Gebhart, Gentner, Okazaki - Pogrebnjak
Wolfsburg: Lenz - Pekarik, Kjaer, Arne Friedrich, Marcel Schäfer - Hasebe (46. Polak), Josue (74. Madlung) - Riether, Diego, Cicero (60. Koo) - Grafite
Schiedsrichter: Gräfe
Zuschauer: 38.500
Gelbe Karten: Schipplock (2) - Pekarik (5), Kjaer (6), Lenz

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Andr.e 20.03.2011
1. .
Zitat von sysopBayer hat gegen Schalke einen souveränen Heimsieg gefeiert. Das Team*zeigte trotz*der Spekulationen um die Zukunft von Trainer Heynckes eine konzentrierte Vorstellung und liegt nun sieben Punkte hinter dem BVB. Bei S04 stand Interimscoach Eichkorn*nach dem Abgangs von Magath*an der Seitenlinie. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,752091,00.html
LOL?! Im Nacken sitzen wäre ein Punkt. Es sind deren 7 - und das deutlich bessere Torverhältnis. Wird Zeit, dass man erkennt, dass die Leistung der Dortmunder schon etwas außergewöhnliches war und sie momentan von ihrem Polster zehren. Und das verdient, falls man sich noch an den Saisonverlauf erinnern möchte...
Münchner-Kindl 20.03.2011
2. .
Im Nacken sitzen ist wirklich eine unglückliche Formulierung. Bin selber Bayernfan und kann mich nicht wirklich erinnern wann wir das letzte mal 7 Punkte Vorsprung hatten. Dortmund steht verdient da oben und wird sich denke ich nicht aus der Ruhe bringen lassen.
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