Fangewalt Celtic-Anhänger in Rom von Messerstichen verletzt - Lazio-Ultras im Verdacht

In Rom gab es zwei Attacken auf Celtic-Fans vor dem Spiel bei Lazio in der Europa League. Die Angriffe hängen womöglich mit einem Mussolini-Banner vom Hinspiel zusammen.


In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurden in Rom zwei Fans des FC Celtic aus Glasgow durch Messerstiche verletzt. Das berichteten mehrere Medien, darunter "BBC" und die "Gazetta dello Sport". Die beiden Männer seien demnach im Krankenhaus versorgt worden, es habe keine Lebensgefahr bestanden. Die Polizei ermittele, im Verdacht stehe eine sieben- bis achtköpfige Gruppe Lazio-Ultras.

Die Celtic-Fans sollen sich im Außenbereich eines irischen Pubs in der Innenstadt aufgehalten haben, als mehrere Vermummte erschienen und die Schotten angriffen. Dabei erlitten zwei Männer Stichwunden an den Beinen.

In einem weiteren Vorfall wurde eine Bar von einer Gruppe attackiert. Die Angreifer versuchten, die verschlossenen Fenster und Türen mit Wurfgeschossen zu durchbrechen. In der Kneipe hielten sich Celtic-Fans auf. Einer von ihnen sagte der BBC, sie hätten nicht gesungen oder anderweitig Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, sie hätten bloß in Ruhe getrunken: "Aber diese Gruppe war definitiv auf der Jagd nach Celtic-Fans."

Von dem Angriff auf die Bar kursieren Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken. Die Messerattacke vor dem irischen Pub bestätigte Celtic inzwischen in einem Statement.

Bereits im Vorfeld waren gewalttätige Konflikte rund um das Rückspiel zwischen Celtic und Lazio in Rom (18.55 Uhr, Liveticker SPIEGEL, TV: Dazn) befürchtet worden. Beim Hinspiel in Glasgow hielt die Celtic-Fankurve ein Banner, das den früheren italienischen Diktator und Adolf Hitlers Verbündeten Benito Mussolini kopfüber hängend zeigte, mit dem Spruch: "Folgt eurem Führer!" Zuvor waren Lazio-Fans durch die Glasgower Innenstadt marschiert und hatten dabei den Hitlergruß gezeigt.

Einige Gruppierungen im Lazio-Anhang gelten als besonders gewaltbereit und gaben sich in der Vergangenheit wiederholt als Faschisten zu erkennen. Trotz des hohen Konfliktpotenzials werden im Römer Olympiastadion bis zu 9000 mitgereiste schottische Fans erwartet. Celtic veröffentlichte mittags einen Leitfaden auf seiner Webseite, um die Sicherheit der eigenen Fans zu gewährleisten. "Unter keinen Umständen" sollten Fans allein zum Stadion anreisen.

mrk/dpa/sid

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