Ribéry-Platzverweis in Augsburg Rummenigge tobt

Voller Wut hat Karl-Heinz Rummenigge auf die Rote Karte für Franck Ribéry in Augsburg reagiert. Nach der angeblichen Fehlentscheidung verlangt Bayerns Vorstandsboss nun Milde vom DFB-Sportgericht. Widerspruch bekam er sogar aus dem eigenen Lager.
Vorstandsboss Rummenigge: "Damit kann er sich den Weihnachtsbaum behängen"

Vorstandsboss Rummenigge: "Damit kann er sich den Weihnachtsbaum behängen"

Foto: Alex Grimm/ Bongarts/Getty Images

Hamburg - Besinnliche Weihnachtszeit beim FC Bayern? Na ja. Zwar gelang nach einer überragenden Hinrunde in der Bundesliga am Dienstagabend durch das souveräne 2:0 beim FC Augsburg auch der Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale. Karl-Heinz Rummenigge war trotzdem sauer. Und zwar so richtig.

Nicht über die Mannschaft, sondern über Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer. Der hatte in der 47. Minute Bayern-Star Franck Ribéry vom Platz gestellt. Nach Meinung von Vorstandsboss Rummenigge eine krasse Fehlentscheidung. "Der Schiedsrichter hat Karten gezeigt, damit kann er sich den Weihnachtsbaum behängen", zitiert ihn die "Bild"-Zeitung.

Was war passiert? Kurz nach dem Seitenwechsel geriet Ribéry mit Ja-Cheol Koo aneinander. Zuerst wischte der Augsburger dem Franzosen durchs Gesicht, dann konterte der Bayern-Spieler. Kinhöfer wertete diese Aktion als Tätlichkeit und zeigte Ribéry die Rote Karte, Koo kam mit Gelb davon.

"Jeder kann mal einen schlechten Tag haben. Aber wenn es ein ganz schlechter ist, wird es schwierig", sagte Rummenigge nach dem Spiel mit Blick auf den Referee. Wesentlich cooler ging sein Trainer mit dem Platzverweis um. Jupp Heynckes räumte nach dem Schlusspfiff im ARD-Studio ein, dass die Rote Karte aller Provokationen Koos zum Trotz "vertretbar" gewesen sei. "Ich kritisiere die Entscheidung des Schiris in keinem Fall."

"Hoffe, dass man beim DFB nachdenkt"

Rummenigge hingegen, einmal in Fahrt, forderte noch am Dienstagabend von einer Sperre für Ribéry abzusehen. "Genauso wie es die Lex Dortmund gegeben hat, hoffe ich, dass man jetzt beim DFB auch über diese Aktion nachdenkt. Ich erwarte gleiches Recht für alle, wie es so schön heißt." Rummenigge spielte auf einen Vorfall beim Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Dortmund und dem VfL Wolfsburg an.

BVB-Verteidiger Marcel Schmelzer war in der Partie von Schiedsrichter Wolfgang Stark wegen eines vermeintlichen Handspiels auf der Torlinie mit Rot vom Platz gestellt worden. Eine Fehlentscheidung, wie TV-Bilder eindeutig zeigten. Der DFB sah daraufhin von einer Sperre für Schmelzer ab.

Rummenigge sah in Ribérys Verhalten eine Reaktion "auf das, was der Koreaner vorher gemacht hat". Und wenn man dem 57-Jährigen am Dienstag bei irgendetwas zustimmen wollte, dann noch am ehesten bei dieser Einschätzung. Auch Augsburgs Koo hätte sich über eine Rote Karte nicht beschweren dürfen. Der Platzverweis für Ribéry jedoch war berechtigt.

Das sah auch Bastian Schweinsteiger so: "Franck darf sich da nicht so provozieren lassen. Auch wenn es nicht immer leicht ist." Wenn das DFB-Sportgericht über das Strafmaß für Ribéry entscheidet, darf der FC Bayern nicht auf mildernde Umstände hoffen, zumal auch die TV-Bilder der Szene keinesfalls entlastend wirken.

Wenn es ganz schlimm für die Münchner kommt, wird Ribéry, der überragende Akteur der Bundesliga-Hinrunde (vier Tore, sieben Assists), am Dienstag zum letzten Mal in dieser Pokal-Saison im Einsatz gewesen sein. Bei einer Sperre von drei Spielen müsste er sich auch ein mögliches Endspiel in Berlin von der Tribüne aus anschauen.

chp/dpa
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