Belgischer Fußball Anderlechts Fans provozieren Spielabbruch

Zwei Unterbrechungen waren nicht genug: Fans von RSC Anderlecht haben in der belgischen Liga mit wiederholtem Einsatz von Pyrotechnik für einen Spielabbruch gesorgt.

Ein Feuerwehrmann entfernt die Pyrotechnik vom Spielfeld in Lüttich
BRUNO FAHY AFP

Ein Feuerwehrmann entfernt die Pyrotechnik vom Spielfeld in Lüttich


In der Meisterschaftsrunde der belgischen Fußballliga ist es nach Fanausschreitungen zu einem Spielabbruch gekommen. Bei der Partie zwischen Standard Lüttich und dem in der Tabelle abgestürzten RSC Anderlecht hatten Gäste-Anhänger am Freitagabend Fackeln und andere Pyrotechnik abgefeuert und auch auf das Feld geworfen. Schiedsrichter Eric Lambrechts entschied sich daher in der 32. Minute beim Stand von 2:0 für Lüttich dazu, das Spiel zu beenden.

Zuvor war das Spiel von Lambrechts bereits zweimal unterbrochen worden. Das erste Mal in der Anfangsphase, nachdem ein Tor des ehemaligen Hamburgers Alen Halilovic für Lüttich nach Intervention des Videoassistenten aberkannt wurde.

Als Razvan Marin in der 22. Minute das Führungstor für Standard erzielte, kam es wegen neuer Rauchentwicklung zu einer zweiten, fast zehnminütigen Unterbrechung - verbunden mit der Warnung per Lautsprecher, bei einem dritten Vorfall abzubrechen. Den gab es dann nach dem zweiten Lütticher Treffer durch einen verwandelten Foulelfmeter von Paul-José Mpoku.

"Bei allem Verständnis für die Unzufriedenheit mit den Ergebnissen, lehne ich dieses Verhalten entschieden ab", schrieb Anderlechts Präsident Marc Coucke auf Twitter. Auch vom Verein selbst wurde das Verhalten der eigenen Fans verurteilt: "Das Management des RSC Anderlecht verurteilt das Verhalten von heute Abend nachdrücklich. Es ist absolut unerträglich für den Fußball."

Anderlecht, in den vergangenen zehn Jahren fünfmal belgischer Meister, hatte die ersten drei Spiele in der Meisterrunde verloren und hat als Fünfter nur noch wenig Chancen, sich für den Europapokal zu qualifizieren. Ob tatsächlich sportliche Gründe für das Verhalten der Fans gesorgt haben, ist jedoch unklar.

Die belgische Pro League kündigte Sanktionen entsprechend der internen Regeln der Liga an. Zudem würden behördliche Ermittlungen eingeleitet. "Wie in früheren Aufforderungen betont die Pro League weiterhin, dass pyrotechnisches Material gefährlich ist und Gefahren für die Sicherheit aller auf dem Feld und in der Umgebung mit sich bringt", hieß es in einer Mitteilung.

krä/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
malcom1 13.04.2019
1. Spielabbruch
Was steckt dahinter? Dies können doch keine Fans sein? Die wissen doch das sie damit nur ihrem Verein schaden. Sind es Gegener der Demokratie, die durch solche Aktionen eine andere Gesellschaft wünschen? Was sind die Gründe? Sie sollten doch wissen das sie damit ihren "geliebten" Fussball kaputt machen.
super-m 13.04.2019
2.
"Gegner der Demokratie"? Auf welcher Grundlage basiert diese Frage überhaupt...? Manchmal muss man sich wirklich an den Kopf fassen. Das ist reine Selbstdarstellung. Nachdem man im Kampf um die Meisterschaft chancenlos wurde mit Tamtam nochmal auf sich aufmerksam machen.
spon1899 13.04.2019
3.
Ab in Liga 2 mir Anderlecht. Deren Hooligans konnten noch nie verlieren. Schön zu sehen, dass sie dieses Jahr scheitern. Sehr, sehr schön !!!!!
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