Rückkehr nach Bremen "Klose ist kein Kind mehr"

Es wird eine Rückkehr mit Hindernissen: Wenn der Neu-Bayer Miroslav Klose heute bei seinem Ex-Club Bremen antritt, erwartet den Stürmer ein Pfeifkonzert. Vor dem Topspiel sind beide Clubs um Entspannung bemüht. Klose selbst ficht das nicht an - er hat ein Tor-Jubiläum im Blick.


Hamburg - Klose selbst ist bemüht, vor dem heutigen Topspiel in Bremen (15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) möglichst gelassen zu wirken. Die Pfiffe, die ihn im Weserstadion erwarten werden, seien "kein Problem" und seine schmerzhafte Sehnenentzündung im Fuß genauso wenig: "Alles okay, ich bin total entspannt", sagte der Nationalspieler.

Bayern-Stürmer Klose: "Ich bin total entspannt"
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Bayern-Stürmer Klose: "Ich bin total entspannt"

Der Streit um seinen 12-Millionen-Transfer von Bremen nach München lässt ihn anscheinend kalt. Doch auch im Umfeld der beiden Clubs kehrt vor der Partie etwas Ruhe ein, die Sticheleien der vergangenen Wochen scheinen vergessen. "Alle sind gut beraten, dazu im Vorfeld nichts zu sagen", sagt Bayern-Manager Uli Hoeneß über Kloses Rückkehr zu den Fans, die ihn einst vergötterten - und den "Judas" jetzt zur Hölle wünschen.

Auch Werder zeigt guten Willen und wird Klose vor dem Spiel mit einem Blumenstrauß offiziell verabschieden. "Es ist gute Sitte bei Werder, einen verdienten Spieler zu verabschieden. Das gilt auch für Miroslav Klose", sagte Werder-Sprecher Tino Polster. Da Klose gerade bei der Zeremonie zur Zielscheibe der Bremer Fans werden dürfte, versuchen die Werder-Verantwortlichen, den eigenen Anhang zu besänftigen.

Manager Klaus Allofs appelliert "an die Vernunft" der Zuschauer, Kapitän Frank Baumann sagt, man dürfe "nicht vergessen, was er für Werder geleistet hat", Trainer Thomas Schaaf beschwichtigt: "Es spielt Bremen gegen Bayern, nicht Bremen gegen Klose." Und beim FC Bayern ist man sich sicher, dass Klose mit dem Druck zurecht kommen wird. "Miro ist kein Kind mehr, sondern Nationalspieler. Bei der WM hat er gezeigt, dass er mit dem Druck umgehen kann", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.

Bremer Verunsicherung

Für Oliver Kahn, als Lieblingsfeind vieler gegnerischer Fans abgehärtet, ist die Diskussion um Kloses Rückkehr ohnehin nur ein "kleines Scharmützel". Der Bayern-Keeper sieht das Spiel vielmehr als Gradmesser für die Form des Rekordmeisters: "Das Spiel ist ein sehr guter Prüfstein, wo wir stehen, wie wir auswärts auftreten", so Kahn, "letzte Saison haben wir uns auswärts nicht besonders mit Ruhm bekleckert. Wir müssen erst zeigen, dass wir auswärts die Stärke haben, die wir früher einmal hatten."

Das nötige Selbstvertrauen dazu haben die Münchner durch den gelungen Saisonstart gesammelt, in Bremen herrscht dagegen Verunsicherung. Durch die viele Verletzungen von Leistungsträgern wie Frings und Borowski geschwächt, sieht selbst Kapitän Baumann sein Team "ein bisschen in der Außenseiterrolle". Bayern Manager Uli Hoeneß behauptet: "Für uns wird es kein schweres Spiel, eher für Bremen."

Die Zeichen stehen also gar nicht so schlecht, dass Miroslav Klose mit einem Tor der 100. Treffer seiner Bundesliga-Karriere gelingt. Dabei wird er auf seinen neuen Sturmpartner Luca Toni aber eventuell verzichten müssen. Für den Italiener, dem Trainer Hitzfeld "fehlende Frische" bescheinigt, wird voraussichtlich Mittelfeldspieler Franck Ribéry im Sturm auflaufen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Werder Bremen: Wiese - Pasanen, Naldo, Mertesacker, Schulz - Baumann - Carlos Alberto, Diego, Jensen - Almeida, Sanogo.
Bayern München: Kahn - Lell, Lucio, Demichelis, Lahm - van Bommel, Ze Roberto - Altintop, Schweinsteiger - Ribéry, Klose.
Schiedsrichter: Markus Merk

hut/sid/dpa



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