Sondersitzung nach russischem Einmarsch in die Ukraine Uefa will über Champions-League-Finale in Sankt Petersburg beraten

Die Uefa beruft nach Russlands Invasion in der Ukraine ein Krisentreffen ein: Es soll um eine mögliche Verlegung des Endspiels der Champions League gehen. Auch Sponsor Gazprom könnte ein Thema werden.
Arena in Sankt Petersburg

Arena in Sankt Petersburg

Foto: Tomi Hänninen / imago images/Newspix24

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Europäische Fußball-Union eine außerordentliche Sitzung des Exekutivkomitees am Freitag für 10 Uhr MEZ einberufen.

Dort soll die Situation bewertet und notwendige Entscheidungen getroffen werden. Das teilte die Uefa in einem Statement  mit.

Ob bereits über eine Verlegung des Champions-League-Endspiels entschieden wird, ist unklar. Das Finale ist eigentlich für den 28. Mai in Wladimir Putins Heimatstadt Sankt Petersburg vorgesehen. Zudem gehört der russische Staatskonzern Gazprom zu den größten Sponsoren der Uefa.

Nach Informationen der Press Association arbeite die Uefa mit Blick auf das Spiel an neuen Plänen. Bereits in den vergangenen beiden Spielzeiten musste aufgrund der Coronapandemie der Final-Austragungsort gewechselt werden. Im Gespräch ist derzeit ein Austragungsort in England, vor allem, wenn es zwei Klubs aus der Premier League ins Finale schaffen sollten.

Allerdings sind zwei Toparenen an diesem Tag bereits verplant. Im Wembley-Stadion soll das Playoff-Finale der zweiten Liga ausgetragen werden und in der modernen Tottenham-Arena steht ein Rugby-Finale auf dem Programm. Im Gespräch ist daher auch das Olympiastadion, in dem West Ham United spielt.

Weitere Informationen zum Vorgehen »werden nach der Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees bekannt gegeben«, hieß es. Mit DFB-Interimspräsident Rainer Koch und Karl-Heinz Rummenigge, dem früheren Vorstandschef von Bayern München, sitzen auch zwei deutsche Vertreter im Exekutivkomitee.

Auch bei den Partien in der Europa League mit Beteiligung russischer Mannschaften waren zunächst keine Änderungen vorgesehen. Die Uefa stehe »in engem Kontakt mit den betroffenen Nationalverbänden und Vereinen«, hieß es am Dienstag: »Gegenwärtig werden alle Spiele wie geplant stattfinden.« Mit Zenit St. Petersburg und Spartak Moskau sind zwei russische Teams weiterhin im Wettbewerb vertreten.

jan/dpa/sid