Trotz Sanktionen Russland will Fußball-EM 2028 oder 2032 ausrichten

Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind russische Athleten vielerorts von Sportereignissen ausgeschlossen. Trotzdem bewirbt sich Russland um eine Europameisterschaft. Für Wladimir Putin ist der Sport eine Propagandawaffe.
Russlands Machthaber Wladimir Putin während der Fußball-WM 2018 im eigenen Land

Russlands Machthaber Wladimir Putin während der Fußball-WM 2018 im eigenen Land

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YURI KADOBNOV/ AFP

Ungeachtet seiner Isolation wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine will Russland die Fußball-Europameisterschaft 2028 oder 2032 ausrichten. Russland habe eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben, sagte Verbandschef Alexander Djukow am Mittwoch der Agentur Tass zufolge. Nun habe der Verband bis zum 12. April 2023 Zeit, die Bewerbung auszuarbeiten.

Russland habe Erfahrung damit, große Turniere auszurichten, sagte Djukow. Das Land war Gastgeber der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi, der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 und des Confed Cups 2017, 2021 fanden mehrere Spiele der Europameisterschaft in der Großstadt St. Petersburg statt.

Putins Werkzeug

Russische Teams, Athletinnen und Athleten wurden nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine am 24. Februar von vielen Sportverbänden suspendiert. Die russische Fußball-Nationalmannschaft darf nicht mehr an der Qualifikation für die WM 2022 in Katar teilnehmen.

Der Sport spielt in der Festigung der eigenen Herrschaft von Russlands Präsident Wladimir Putin eine besondere Rolle. Er gilt als Putins wichtigste Propagandawaffe . Das wurde auch vergangene Woche deutlich, als einige berühmte russische Sportstars bei Putins Propagandashow zum Jahrestag der Krim-Annexion im Moskauer Luschniki-Stadion auftraten, für den Angriffskrieg in der Ukraine warben und sich mit dem Buchstaben Z zeigten, der sich seit Kriegsbeginn zu einem nationalistischen Symbol entwickelt hat.

Gemeinsame Bewerbung von Großbritannien und Irland

In der Vergangenheit bereitete Putin im Schatten von Sportveranstaltungen militärische Angriffe vor wie 2014, als noch während der Winterspiele in Sotschi die Annexion der Krim begann.

Vor der Bekanntgabe des russischen Interesses hatten die Fußballverbände aus Großbritannien und Irland eine gemeinsame Bewerbung für die Ausrichtung der EM 2028 abgegeben. Die Europäische Fußball-Union Uefa will Anfang April die möglichen Kandidaten bekannt geben. Das Turnier soll gemeinsam mit der Endrunde 2032 vergeben werden. Dafür ist Italien als Gastgeber im Gespräch.

mey/dpa