DFB-Präsidentensuche "Undemokratischstes Verfahren, das man sich denken kann"

Seit vier Monaten ist der DFB nach dem Rücktritt von Reinhard Grindel nun auf der Suche nach einem neuen Präsidenten. Mittlerweile regt sich auch interne Kritik an dem Verfahren. 

Reinhard Grindel ging - wer ihm folgt, ist immer noch offen
RONALD WITTEK/EPA-EFE/REX

Reinhard Grindel ging - wer ihm folgt, ist immer noch offen


Nach Auffassung von Sachsens Fußball-Chef Hermann Winkler hat der Deutsche Fußball-Bund bei seiner Präsidentensuche "das intransparenteste und undemokratischste Verfahren gewählt, das man sich denken kann". Dies kritisierte der CDU-Politiker im Fantalk der MDR-Sendung "Sport im Osten".

Der DFB habe "eine Schweizer Personalagentur beauftragt, Kriterien zu suchen, wie die Frau oder der Mann an der Spitze aussehen muss. Und jetzt wird gerade gekungelt, wie das alles vonstatten gehen soll", meinte Winkler. Der 56-Jährige, der von 2009 bis 2019 im Europäischen Parlament saß, sagte zudem: "Ich glaube, in dem Verfahren läuft es nicht unbedingt in diese Richtung, dass es jemand aus dem Osten wird."

Am 21. August soll den Regional- und Landesverbänden des DFB und der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Berlin ein Kandidat oder eine Kandidatin vorgestellt werden. Der Verband, der momentan kommissarisch von den Vizepräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch geführt wird, wollte ursprünglich bis zum 26. Juli einen Kandidaten für das vakante Präsidentenamt finden und diesen am 1. August öffentlich machen. Es gab aber einige Absagen. Da die Suche nach einer neuen Führungsfigur nicht wie erwartet vorankam, wurde die Frist auf Ende August verschoben.

aha/dpa



insgesamt 19 Beiträge
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hegoat 20.07.2019
1.
Warum sollte es denn jemand aus dem Osten werden? Warum spielen Kriterien wie Osten und Westen 30 Jahre nach dem Mauerfall für manche überhaupt noch eine Rolle?
Wolfgang Heubach 20.07.2019
2. Untragbar
Die Strukturen in der FIFA und im DFB sind untragbar. Nur eine grundlegende Reform hilft. Das beeinhaltet auch absolute personelle und finanzielle Transparenz.
esboern 20.07.2019
3. Warum
sollte der DFB nach einem CDU-Politiker nicht mal von einem CSU-Politiker geleitet werden, die Entlohnung dafür ist ja wirklich fürstlich.
whitewisent 20.07.2019
4.
Das Hauptproblem ist doch scheinbar, dass sich die Größen der Verbandsfunktionäre untereinander nicht Einigen konnten, wer es von Ihnen werden soll. Natürlich spielen da Osten und Westen eine Rolle, wenn man den NOFV sieht, der genau der DDR mit Westberlin entspricht. Ein geografische Zirkulation zwischen Teilverbänden ist allgemein üblich. Da nach 30 Jahren diesen Aspekt mit anzumahnen, der scheinbar in der Schweiz keine Rolle spielt, naheliegend. Wenn man keinen von sich will, sind Headhunter doch die naheliegenste Lösung, gerade auf dem Level, um das es geht. Man kann davon ausgehen, dass die üblichen Verdächtigen bereits abgewunken haben oder abgelehnt wurden. Was vieleicht daran liegen mag, dass die WM-Generation von 1990 zwar das entsprechende Alter hat, aber entweder zu nah am FC Bayern ist, oder sich mit diesen zerstritten hat. Ob das wirklich "undemokratisch" ist, wenn man Differenzen nicht öffentlich klärt, welche haufenweise das Ansehen von Kandidaten wie Entscheidern schädigen, nicht wirklich Ansichtssache. So klagt eher jemand, der nicht am entsprechenden Tisch seine Meinung durchsetzen kann. Sowas nennt man wohl schlechten Verlierer. Gerade wenn man vieleicht sich selbst als geeignet empfand.
dr.frustus 20.07.2019
5. Ausgezeichnete Idee
Zitat von esboernsollte der DFB nach einem CDU-Politiker nicht mal von einem CSU-Politiker geleitet werden, die Entlohnung dafür ist ja wirklich fürstlich.
Und niemand bringt da mehr Qualifikation für Korruption, Bestechung, Vorteilsnahme im Amt und Intransparenz mit als 1 gestandener CSU-Politiker.
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