Nach Sanktionen gegen Besitzer Abramowitsch Chelsea darf auf erleichterte Lizenzbedingungen hoffen

Gestoppte Ticketverkäufe, ein eingefrorenes Bankkonto, die Zukunft des Klubs in der Schwebe: Die Sanktionen gegen Roman Abramowitsch treffen den FC Chelsea hart. Hoffnung machen mögliche Anpassungen einer Sonderlizenz.
Ende des »Roman Empire«: Der FC Chelsea

Ende des »Roman Empire«: Der FC Chelsea

Foto: Rebecca Naden / dpa

Trotz des Sanktionspakets gegen Klubeigner Roman Abramowitsch darf der FC Chelsea weiter in der Premier League Fußball spielen. Um das Tagesgeschäft fortführen zu können, müssen die Londoner allerdings strenge Auflagen erfüllen: So darf der Klub keine Eintrittskarten oder Fanartikel mehr verkaufen oder neue Verträge aushandeln, auch das Budget etwa für Auswärtsreisen ist stark eingeschränkt.

Auch jenseits der bewusst gesetzten Einschränkungen machen die Sanktionen dem Klub Probleme: Wie »Sky Sports News« berichtet , soll die Bank Barclays das Konto des FC Chelsea vorübergehend gesperrt haben, um die ausgestellte Sonderlizenz eingehend zu prüfen.

Downing Street signalisiert Kompromissbereitschaft

Die Bedingungen, die dem Klub vom Finanzministerium auferlegt worden sind, scheinen allerdings nicht unverhandelbar. Wie ein Sprecher der britischen Regierung am Freitag bestätigte, stehe man mit dem FC Chelsea und der Liga im Austausch, um womöglich Anpassungen vorzunehmen.

»Es liegt nun am Klub, eine geänderte Lizenz zu beantragen«, teilte die Downing Street mit. Entscheidend für eine Änderung sei, dass der für seine Nähe zu Russlands Präsident Wladimir Putin kritisierte Oligarch Abramowitsch nicht mehr vom Klub profitieren könne. Gleichzeitig soll der Versuch unternommen werden, die Beschäftigten des Klubs nicht zu belasten.

Verkauf müsste über Regierung abgewickelt werden

Auch ein Verkauf des Klubs ist aufgrund der Sanktionen derzeit ausgeschlossen, könnte aber durch eine Lizenzänderung ermöglicht werden. »Sollte sich ein Käufer finden, könnte dieser oder der Fußballklub bei der Regierung eine Änderung der Bedingungen beantragen, um den Verkauf zu ermöglichen«, erklärte der britische Minister für Technologie, Chris Philp.

Als Kaufinteressenten gelten unter anderem der britische Immobilien-Milliardär Nick Candy und ein Konsortium um den Amerikaner Todd Boehly und den Schweizer Hansjörg Wyss. Da Abramowitschs Besitztümer nicht beschlagnahmt, sondern lediglich eingefroren wurden, müsste der Oligarch dem Vorgehen zustimmen – den Kaufpreis aber würde der britische Staat kassieren.

cev

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