Lebensgefährliche Attacke auf Manchester-Anhänger Schalke-Fan muss sich nicht wegen versuchten Mordes verantworten

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angriff eines mutmaßlichen Schalke-Ultras als versuchten Mord bewertet, davon rückte das Landgericht Essen nun ab: Es lägen nicht genügend Anhaltspunkte für einen Tötungsvorsatz vor.

Die Schalker Arena während der Champions-League-Partie gegen Manchester City
Dean Mouhtaropoulos/ Getty Images

Die Schalker Arena während der Champions-League-Partie gegen Manchester City


Ein Fan des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 muss sich nach den Ausschreitungen beim Champions-League-Spiel gegen Manchester City nicht wegen versuchten Mordes verantworten. Das Landgericht Essen sieht bei dem Angeklagten "keine ausreichenden Anhaltspunkte, dass er mit Tötungsvorsatz gehandelt habe. Dass sein Faustschlag gefährlich gewesen sei, reiche für eine solche Annahme nicht aus", hieß es in einer Mitteilung.

Die Staatsanwaltschaft hatte in der Anklageschrift die mutmaßliche Tat des Hauptbeschuldigten Jens H., 30 Jahre, rechtlich als versuchten Mord bewertet, die Taten der beiden anderen beteiligten Männer, der 27-jährige Ben P. und der 45-jährige Dieter S., als gefährliche Körperverletzung. Nun müssen sich die drei mutmaßlichen Mitglieder der Schalker Ultra-Gruppierung Hugos wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Verhandlungstermine sind noch nicht bestimmt.

Bei dem Champions-League-Spiel am 20. Februar war der City-Fan Paul W. schwer am Kopf verletzt worden und schwebte mehrere Wochen in Lebensgefahr. Den Haftbefehl gegen den Angeklagten, der sich als Einziger in Untersuchungshaft befand, setzte die Strafkammer gegen Auflagen außer Vollzug.

jan/sid



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