PAOK Saloniki gegen Schalke Ein netter Abend beim Griechen

Schalke brauchte keine überragende Leistung, um 3:0 bei PAOK Saloniki zu gewinnen. Gegen schwache Gastgeber reichten zwei späte Tore, um die Weichen fürs Achtelfinale zu stellen. Alles Wichtige zum Spiel.

Benedikt Höwedes und seine Schalker feiern
REUTERS

Benedikt Höwedes und seine Schalker feiern

Von


Ausgangslage: Das letzte Duell zwischen S04 und PAOK blieb allen Beteiligten in denkbar schlechter Erinnerung. Im Hinspiel der Champions-League-Playoffs 2013 tauchte erst die in Griechenland verpönte ehemalige mazedonische Flagge im Schalker Fanblock auf, dann eine Hundertschaft prügelnder Polizisten. Vor der Neuauflage befürchtete die Uefa Schlimmstes. Stichwort Hochsicherheitsspiel. Tatsächlich kam es im Vorfeld zu vereinzelten Zusammenstößen zwischen Schalker Anhängern und griechischen Staatsbediensteten an der Hafenpromenade Salonikis. Mit Ausnahme eines demolierten Cafés blieb es aber erfreulich ruhig und friedlich.

Die Startaufstellungen:
PAOK Saloniki: Glykos - Varela, Malezas, Crespo - Matos, Shakhov, Cimirot, Leovac - Biseswar - Athanasiadis, Mystakidis.
FC Schalke 04: Fährmann - Höwedes, Naldo, Nastasic - Stambouli - Schöpf, Goretzka, Meyer, Kolasinac - Burgstaller, Caligiuri.

Das Ergebnis: 0:3 (0:1). Guido Burgstaller, Max Meyer und Klaas-Jan Huntelaar trafen für Schalke. Hier geht's zum Spielbericht.

Fotostrecke

8  Bilder
Schalkes Auswärtssieg in Griechenland: Ein königsblaues Bein im Achtelfinale

Die erste Hälfte: Der Beginn war vor allem dank Léo Matos unterhaltsam. Zuerst traf PAOKs rechter Mittelfeldspieler im eigenen Strafraum Daniel Caligiuri mit dem Ellbogen im Gesicht. Einen Elfmeter gab es dafür nicht, Zahnschmerzen aber schon (3. Minute). Dann schoss Matos auf der anderen Seite nach Vorarbeit von Giannis Mystakis aus kurzer Distanz an den rechten Außenpfosten (5.). Schalke glänzte freundlich gesprochen durch Effizienz. Nach Freistoß-Flanke von Alessandro Schöpf aus dem linken Halbfeld parierte PAOK-Schlussmann Panagiozis Glykos einen Naldo-Kopfball genau vor die Füße von Burgstaller, der aus einem Meter abstaubte (27.). Das musste an Spektakel fürs Erste reichen.

Gute Banner, böse Banner: Zu Beginn prangte auf der Gegengerade gut sichtbar fürs Fernsehbild der Schriftzug "MACEDONIA IS ONE AND ONLY AND IT'S HERE". Das gefiel den Verantwortlichen offensichtlich nicht so richtig. Im Vorfeld hatte es Gerüchte darüber gegeben, dass Mazedoniern der Zutritt zum Stadion verweigert werden sollte. So angespannt ist das historisch vorbelastete Verhältnis zwischen den Nordgriechen und ihren Nachbarn. Nach einer Viertelstunde war das Banner verschwunden. Bis in die Schlussphase nicht abgehängt wurde dagegen der Schriftzug "FUCKING NAZI GET OUF OF HERE".

Die zweite Hälfte: Fand bis zur 82. Minute einfach nur statt. Dann zog Schalke das Tempo nochmal an und stellte die Weichen fürs Achtelfinale. Meyer traf per Kopf nach Flanke von Benedikt Höwedes (82.). Kann man sich nicht ausdenken. Den Schlusspunkt setzte der spät eingewechselte Huntelaar mit seinem ersten Pflichtspieltor seit knapp vier Monaten (90.).

Max Meyer
DPA

Max Meyer

Der königsblaue Turm: Salonikis Wahrzeichen ist der im 15. Jahrhundert erbaute Lefkós Pýrgos, der "weiße Turm". Wesentlich jünger ist Schalkes "königsblauer Turm" Meyer. Was beide verbindet: Sie sind nicht besonders hoch (29 bzw. 1,73 Meter) und erzielen folgerichtig nicht viele Kopfballtore. Für Meyer war es erst das zweite in seiner Profikarriere.

Der Lefkós Pýrgos (im Hintergrund)
DPA

Der Lefkós Pýrgos (im Hintergrund)

Der Klaas des Spiels: Der "Hunter" meldet sich zurück zum Dienst. Nach seiner langen Verletzung durfte Huntelaar bei Kurzeinsätzen im DFB-Pokal in Sandhausen und in der Bundesliga gegen Hertha schon wieder Wettkampfluft schnuppern. Jetzt machte der Niederländer auch wieder das, wofür er eigentlich bezahlt wird: Ein Tor nämlich, genauer gesagt sein 50. im internationalen Wettbewerb.

Der Klaus des Spiels: "Dieser Klaus ist ein Fremdkörper im Spiel von PAOK." Das hätte man sich irgendwie denken können, trotzdem wäre ich von alleine vielleicht nicht drauf gekommen. Aber zum Glück gibt es ja Sky-Kommentatoren. "Dieser Klaus" heißt eigentlich Stefanos Klaus Athanasiadis, hat Verwandte in Berlin und versuchte sein Glück in der Jugend bei Hertha. Mit Betonung auf versuchte. Nach seiner Leistung gegen Schalke scheint eine Rückkehr in die Hauptstadt nicht ausgeschlossen: Kein Torschuss, unter 50 Prozent Passquote, Auswechslung. Das klingt nach einem überdurchschnittlichen Hertha-Stürmer in der Rückrunde.



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.