Schalke-Niederlage gegen Leipzig Die Zeche Huub

Huub Stevens ist wieder auf Schalke. Die Spieler rannten und grätschten - aber geholfen hat es gegen RB Leipzig noch nicht. Königsblau wandelt am Abgrund.
Huub Stevens

Huub Stevens

Foto: Ina Fassbender/ dpa

Szene des Spiels: 70 Sekunden sind auf Schalke gespielt, da schickt Sebastian Rudy mit einem gezielten Steilpass Mark Uth, der den Ball zum Tor verwandelt. Rudy und Uth, die beiden Spieler die Ex-Trainer Domenico Tedesco zuletzt nicht mehr wollte. Der Satz "das sind Geschichten, die nur der Fußball schreibt" gefriert auf der Tastatur, als der Schiedsrichterassistent die Abseitsfahne hebt.

Ergebnis des Spiels: 0:1, die nächste Niederlage für Schalke und die erste für den Alt-Neu-Trainer Huub Stevens. Timo Werner macht das Tor des Tages für RB Leipzig in der 14. Minute. Schalke ist jetzt 15. Fünfzehnter!

Die erste Halbzeit: Nach Uths Fast-Tor brauchen die Gäste zehn Minuten, dann benehmen sie sich, wie sich ein Tabellendritter zu benehmen hat. Das Tor ist dennoch das Resultat einer Aktion, die man sonst im Flipperautomaten nachspielt. Irgendwie kommt der Ball zu Werner, und der ist mittlerweile reif genug, im Schalker Strafraum stehenzubleiben und zu verwandeln. Viel mehr Freunde macht er sich dadurch in Gelsenkirchen aber auch nicht. Der Schalker Twitter-Account hat sogar seinen Namen vergessen.

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Die zweite Halbzeit: Plakativ gesprochen ein Spiel auf ein Tor. Alles, was offensiv laufen kann, wird von Huub Stevens eingewechselt, die Schalker rennen, grätschen, schießen. Aber das ist alles so unpräzise, wie es nur ein Team in den unteren Tabellenregionen tut. Dass RB gewinnt, ist angesichts dieser Halbzeit kurios. Aber auch bezeichnend.

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Schalkes Pleite bei Stevens-Rückkehr: "Danke Domenico"

Foto: Christof Koepsel/ Bongarts/Getty Images

Man of the Match: Wer wohl? Huub ist wieder da. 65 Jahre alt. Und als Assistent Mike Büskens. Und als Teammanager Gerald Asamoah. Und am Sky-Mikrofon noch Johan De Kock und Ingo Anderbrügge, der vom "Kumpel- und Malocherklub" spricht. So viel Pott-Romantik auf einmal. Niemanden hätte es gewundert, wenn Rüdiger Abramczik plötzlich wieder die Flanken geschlagen und Jürgen Sobieray ausgeputzt hätte. Und die Zeche Consolidation macht in der kommenden Woche vielleicht auch wieder auf.

Zahl des Spiels: Es war das vierte Heimspiel der Königsblauen nacheinander ohne ein einziges Tor - so lange hat Schalke noch nie auf einen Heimtreffer in der Bundesliga gewartet. Der letzte eigene Ligatreffer auf Schalke fiel am 20. Januar zum Rückrundenstart. Danach: 0:2 gegen Gladbach, 0:0 gegen Freiburg, 0:4 gegen Düsseldorf, jetzt 0:1 gegen RB. Trotz Trainerwechsel zu Stevens. Der Versuchung, jetzt einen Satz beginnend mit "Die Null", zu schreiben, muss man auch mal widerstehen können.

Duell des Spiels: Zuletzt hatten sich die Ultras und die Mannschaft maximal weit voneinander entfernt. Diesmal gab es ein Transparent "Den Trainer rasiert, uns in Europa blamiert, Schalke nie kapiert. Söldner raus". Ach ja, die Söldner, die sind dann immer schuld. Die "Söldner" von Manchester City hatten allerdings am Dienstag noch sieben Tore gegen Schalke geschossen.

Huub-Zitat des Spiels: "Ich hätte hier lieber jetzt nicht gestanden, sondern Domenico. Der hat hier eine gute, ehrliche Arbeit geleistet. Aber wenn Schalke ruft, kann ich nicht nein sagen." Und das Krasseste: Er meint es wahrscheinlich wirklich so.

Erkenntnis des Spiels: Sky hat während der Partie unten am Bildschirm die Werbung einer Risiko-Lebensversicherung eingeblendet. Bester Untertitel, der je für Huub Stevens gewählt wurde. Schalke taumelt zwischen Risiko und Lebensversicherung. Noch acht Spiele, nächster Gegner Hannover 96. Das Herz blutet einem.

Schalke 04 - RB Leipzig 0:1 (0:1)
0:1 Werner (14.)
Schalke: Nübel - Bruma, Salif Sane, Nastasic - McKennie, Stambouli, Oczipka - Serdar (86. Skrzybski), Rudy (60. Kutucu) - Uth (73. Burgstaller), Embolo.
Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Konate, Orban, Halstenberg - Adams - Sabitzer, Kampl (77. Haidara) - Forsberg (67. Laimer) - Poulsen, Timo Werner (88. Mukiele).
Schiedsrichter: Winkmann
Zuschauer: 59.913
Gelbe Karten: Oczipka (3) - Halstenberg (2)

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