Pfiffe bei Remis gegen Gladbach Stevens und Heldt kritisieren Schalker Fans

Mit der Hereinnahme von Routinier Timo Hildebrand wollte Schalkes Trainer Huub Stevens für mehr Ruhe im Stadion sorgen. Das Experiment misslang, weil der Club erneut nicht gewann und der Torwart unglücklich agierte. Die Pfiffe der Fans sorgen für Unmut bei der sportlichen Führung.
Schalke-Trainer Stevens: "Es gab viele Pfiffe"

Schalke-Trainer Stevens: "Es gab viele Pfiffe"

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Hamburg - Es brauchte nicht viel, um Schalkes Trainer Huub Stevens nach dem 1:1 (0:0)-Remis gegen Borussia Mönchengladbach in Rage zu bringen. Was denn die Gründe für den Torwartwechsel von Lars Unnerstall zu Timo Hildebrand gewesen seien, lautete die Frage eines Journalisten während der Pressekonferenz. "Das hab ich doch schon im Fernsehen gesagt. Hörst du nicht zu?", sagte Stevens knurrend. "Es gab zuletzt viele Pfiffe gegen Lars. Und wenn ein junger Torwart ausgepfiffen wird, muss der Trainer was unternehmen", sagte der Coach.

Nicht allein aus sportlichen Gründen, sondern vor allem wohl auf Druck einiger Fans nahm Stevens den Wechsel auf der Schlüsselposition im Tor vor. Der 22-jährige Unnerstall hatte in den vergangenen Wochen zwar gepatzt, aber "er hat nicht viele Fehler gemacht", sagte Stevens. Mit dem 33-jährigen Hildebrand wollte man "mehr Ruhe im Stadion" haben.

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Ein Experiment, das vollkommen misslang. Hildebrand konnte kaum für gute Laune auf den Rängen sorgen, weil ihm beim 0:1 durch Mönchengladbachs Igor de Camargo (62. Minute) der Ball durch die Finger rutschte. Dass Julian Draxler vier Minuten vor Schluss immerhin noch für den Ausgleich sorgte, war ebenfalls nur wenig besänftigend. "Die Pfiffe gegen den Torhüter sind nicht mehr gekommen, dafür gab es jetzt Pfiffe gegen die ganze Mannschaft", sagte Stevens.

Dass auf Schalke nach vier sieglosen Liga-Spielen in Serie Missstimmungen zwischen Teilen der Fans und der Mannschaft entstanden sind, musste auch Manager Horst Heldt eingestehen. "Unsere Unterstützung blieb heute aus. Ich weiß nicht warum. Am Ende ist es schade, denn man muss die Kräfte bündeln, wenn es nicht gut läuft", sagte der 42-Jährige.

Die Attacken seines Trainers gegen den eigenen Anhang schienen selbst Heldt überrascht zu haben. Man wisse aber ja, dass er sehr emotional sei, wenn sein Team in der Kritik stehe, begründete Heldt die Aussagen Stevens': "Das zeichnet ihn ja auch aus."

FC Schalke 04 - Bor. Mönchengladbach 1:1 (0:0)
0:1 de Camargo (62.)
1:1 Draxler (86.)
Schalke: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Farfán, Holtby (70. Pukki), Draxler - Huntelaar (71. Marica)
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt - Nordtveit, Marx - Rupp (89. Brouwers), Arango - de Camargo (80. Hanke), Herrmann (78. Mlapa)
Schiedsrichter: Brych
Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Draxler (4) / Dominguez (4), Herrmann (1), Nordtveit (3)

kem/sid/dpa
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