Schalker Zukunft Bordon will gehen, Co-Trio übernimmt Trainerjob

Schalke sucht immer noch einen Manager, der Trainer ist vorerst gefunden: Er heißt Büskens-Mulder-Reck. Die Ex-Profis sind eine bewährte Lösung, zwei von ihnen folgten schon auf den entlassenen Mirko Slomka. Gehen wird aller Voraussicht nach auch der ehemalige Kapitän.


Hamburg - Nach der Absage des kroatischen Nationaltrainers Slaven Bilic setzt Bundesligist Schalke 04 nun doch auf seine Uefa-Cup-Helden Mike Büskens und Youri Mulder. Die bisherigen Co-Trainer werden die Schalker nach Angaben des Vereins als gleichberechtiges Trio mit Oliver Reck nicht nur beim Auswärtsspiel am Freitag (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) bei Arminia Bielefeld als Nachfolger ihres beurlaubten Chefcoaches Fred Rutten betreuen, sondern bis zum Saisonende im Amt bleiben.

" Dies ist das Ergebnis mehrerer Gespräche, die in dieser Woche zwischen Vorstand und den drei Trainern stattgefunden haben", teilte der Club mit: "Alle drei sehen sich als gleichberechtigte Partner und möchten ihre Entscheidungen demokratisch treffen, wie es bereits bei der Interimslösung zum Ende der vergangenen Saison der Fall war."

Schalke-Profi Bordon: Als Kapitän zurückgetreten
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Schalke-Profi Bordon: Als Kapitän zurückgetreten

"Wenn ich das Gefühl hätte, ich wäre nur das fünfte, sechste oder siebte Rad am Wagen, dann hätte ich meine Schwierigkeiten damit, zuzusagen. Aber dem ist nicht so", sagte Büskens. Er hatte die Königsblauen mit Mulder am Ende der vergangenen Saison nach der Trennung von Trainer Mirko Slomka zu 16 von 18 möglichen Punkten geführt.

Die beiden Uefa-Cup-Sieger von 1997 waren bereits in der vergangenen Woche vom Schalker Vorstand auf eine erneute Tätigkeit als Interimstrainer angesprochen worden, lehnten zunächst aber ab. "Ich weiß, dass es vorher schon Überlegungen gab, es mit uns zu machen. Aber wir haben uns erst einmal für das Weitermachen mit Fred Rutten eingesetzt", sagte Büskens, der nach Ruttens Rauswurf mit Mulder das Training leitete: "Daher mache ich den Verantwortlichen überhaupt keinen Vorwurf, dass sie kurzfristig über eine andere Lösung nachgedacht haben."

Präsident Josef Schnusenberg hatte erklärt, es solle ein Interimstrainer von außen verpflichtet werden, weil das Duo Büskens/Mulder zum Team Rutten gehört habe. Daraufhin nahmen die Königsblauen am vergangenen Sonntag Kontakt zu Bilic auf, der ihnen absagte. Einen Cheftrainer für die neue Saison soll der neue Manager suchen, der derzeit noch vom Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies gesucht wird.

Unterdessen kündigte Marcelo Bordon seinen Bundesliga-Abschied nach zehn Jahren an. "Ich habe momentan nicht das Gefühl, dass ich in der nächsten Saison noch Spieler auf Schalke bin", sagte der 33-jährige Brasilianer, dessen Vertrag noch bis 2011 läuft. Bordon war vor drei Wochen bereits als Kapitän zurückgetreten. "Die Mannschaft soll umstrukturiert werden, und wenn ich dabei zu einem Problem werden sollte, dann muss ich eben auch weg", sagte Bordon, der 1999 beim VfB Stuttgart sein Bundesliga-Debüt gegeben hatte.

Wenn er nach dem Saisonende nichts anderes höre, "werde ich aber nicht nach Brasilien zurückkehren, sondern will noch einmal woanders spielen. In der Bundesliga aber wird es wohl nicht sein, dafür hänge ich zu sehr an Schalke, ich liebe diesen Verein." Schnusenberg hatte in der vergangenen Woche angekündigt, in Zukunft auf junge, hungrige Spieler zu setzen. Der Personaletat soll von über 50 auf rund 35 Millionen Euro zusammengestrichen werden.

Bordon wechselte 2004 nach 129 Bundesliga-Spielen für den VfB nach Gelsenkirchen. Bei Schalke bildete er mit Mladen Krstajic jahrelang die beste Innenverteidigung der Liga, verpasste aber 2005 und 2007 jeweils knapp den Titel.

goe/sid



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