Schalkes Wilmots "Ehe auf Probe" mit Möller

Erst war Marc Wilmots sauer, dass Schalke 04 Andreas Möller kaufte. Jetzt will es der Belgier ein Jahr lang mit dem früheren Dortmunder versuchen. Wenn's nicht klappt, darf der Mittelfeldstar gehen.


Sauer: Marc Wilmots
AFP

Sauer: Marc Wilmots

Brüssel - Die beiden Mittelfeldstars Marc Wilmots und Andreas Möller schließen beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 eine "Ehe auf Probe". Der belgische Nationalspieler, der am Freitag seinen Vertrag bei den Königsblauen bis 2003 verlängerte, ließ sich eine Ausstiegsklausel in den Kontrakt schreiben. "Wenn es mit uns beiden nicht funktioniert, kann ich nach einem Jahr weggehen. Das habe ich schriftlich, mit einer festgeschriebenen Ablöse", erklärte Wilmots nach dem EM-Eröffnungsspiel der Belgier gegen Schweden (2:1).

Der 31-Jährige hatte verärgert auf die spektakuläre Verpflichtung Möllers reagiert, der die gleiche Lieblingsposition hinter den Sturmspitzen beansprucht. Nach dem umstrittenen Transfercoup mit dem Welt- und Europameister vom Erzrivalen Borussia Dortmund hatte Wilmots die Verlängerung seines bis 2001 datierten Vertrages erst einmal verschoben.

Schalke-Manager Rudi Assauer hatte dann am Freitag eine Entscheidung gefordert und sich mit dem belgischen Publikumsliebling auf einen höher dotierten Kontrakt mit Ausstiegsklausel geeinigt. Wohl auch wissend, dass den Schalker Fans "Erzfeind" Möller bei einem gleichzeitigen Weggang von Wilmots noch schwerer zu verkaufen sei.

"Ich hoffe, ich werde diese Klausel nicht gebrauchen", sagte der Mittelfeldmotor der Roten Teufel, der nach eigener Aussage schon mit einem anderen Verein verhandelt hatte: "Ich glaube, es geht gut mit Möller und mir." Sollte Wilmots von seiner Ausstiegsmöglichkeit nach der kommenden Saison keinen Gebrauch machen, muss er bis 2003 beim früheren Uefa-Cup-Sieger bleiben und kann dann einseitig den Vertrag gar bis 2004 verlängern.

"Wenn alles gut geht, möchte ich meine Karriere auf Schalke beenden", kündigte der 31-Jährige an, der 1996 für 1,5 Millionen Mark von Standard Lüttich nach Gelsenkirchen gewechselt war, und betonte: "Nach einer so enttäuschenden Saison konnte ich nicht einfach weggehen." Mit den neuen Vertragsmodalitäten machten Schalke und Assauer ihm die Entscheidung leicht.



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