Lizenzverweigerung Gericht besiegelt Zwangsabstieg des MSV Duisburg

Der MSV Duisburg ist endgültig in die dritte Liga abgestiegen. Der Traditionsclub scheiterte mit seinem Einspruch vor dem Schiedsgericht - und muss die Entscheidung der DFL akzeptieren.
Duisburgs Jürgen Gjasula: Keine Lizenz, keine zweite Liga

Duisburgs Jürgen Gjasula: Keine Lizenz, keine zweite Liga

Foto: Britta Pedersen/ dpa

Hamburg - Der Zwangsabstieg des Traditionsclubs MSV Duisburg aus der zweiten Bundesliga steht fest. Nach einer mehrstündigen Verhandlung in Frankfurt am Main bestätigte das Ständige Schiedsgericht die Lizenzverweigerung durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL). Der MSV hat das Urteil bereits akzeptiert.

"Das ist ein trauriger Tag für die Fans des MSV Duisburg, aber wir mussten die Klage des Clubs abweisen. Die Entscheidung des Lizenzierungsausschusses wies keine Rechtsfehler auf", sagte der Gerichts-Vorsitzende Professor Udo Steiner.

"Natürlich sind wir nach den Anstrengungen der vergangenen Wochen enttäuscht", sagte der MSV-Vorstandsvorsitzende Udo Kirmse: "Wir mussten aber mit einer solchen Entscheidung auch rechnen. Wir haben parallel in den vergangenen Wochen mit aller Kraft die Planungen für eine Teilnahme an der dritten Liga vorangetrieben und die Lizenzunterlagen bereits am Dienstag beim DFB eingereicht." Über die weiteren Planungen werde der Club in einer Pressekonferenz am Donnerstag informieren.

Der erst am Montag zum Aufsichtsratsboss gewählte Jürgen Marbach, der mit Vorstandsboss Udo Kirmse, Geschäftsführer Björn Scheferling, Anwalt Horst Kletke und Club-Ikone Bernard Dietz an der Verhandlung teilgenommen hatte, blickte deshalb im Zorn zurück. "Wir haben die Schlacht nicht heute verloren. Heute würden wir die Lizenz erhalten. Leider haben die damals handelnden Personen die Situation nicht richtig rübergebracht", sagte Marbach: "Wir akzeptieren den Schuldspruch, fühlen uns aber völlig leer."

Die DFL hatte dem Zweitligisten Anfang Juni die Lizenz für die Saison 2013/2014 verweigert, weil der Club den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die kommende Spielzeit nicht erbracht hatte. In den vom MSV Duisburg eingereichten Lizenzunterlagen soll es mehrere Beanstandungen gegeben haben, sogar von Rechenfehlern war die Rede.

Profitieren von dem Zwangsabstieg der Duisburger wird der SV Sandhausen. Als 17. der zweiten Bundesliga wird er nun in der Liga verbleiben. "Wir sind natürlich glücklich und erleichtert, dass wir in der zweiten Liga bleiben. Damit haben wir nach dem sportlichen Abstieg ja nicht mehr gerechnet", sagte SV-Geschäftsführer Otmar Schork. Der 55-Jährige verspürte zwar Mitleid mit dem "Traditionsverein MSV Duisburg und seinen großartigen Fans", aber man müssen auch die Regeln beachten.

psk/sid
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