Schiedsrichter-Affäre DFB stellt Verfahren gegen Kempter ein

Ein deutscher Unparteiischer, der sich über eine Niederlage des FC Bayern freut: Die angebliche E-Mail von Michael Kempter an Manfred Amerell hat für viel Wirbel gesorgt. Der DFB hat das Verfahren gegen den Schiedsrichter nun eingestellt - weil die Aussagen privat geäußert wurden.

Schiedsrichter Kempter: Kein sportrechtlich relevanter Sachverhalt
dpa

Schiedsrichter Kempter: Kein sportrechtlich relevanter Sachverhalt


Hamburg - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat das Ermittlungsverfahren gegen Schiedsrichter Michael Kempter eingestellt. Das teilte der DFB am Dienstag mit. Anlass des Verfahrens war eine E-Mail, die Kempter an den ehemaligen Schiedsrichterbeobachter Manfred Amerell geschrieben haben soll. Darin hat sich Kempter vor der 0:2-Niederlage der Bayern in der Champions League am 11. April 2007 gegen den AC Mailand angeblich mit den Worten geäußert: "Gleich spielen die Bayern. Hoffentlich fliegen sie raus. Dann können wir darauf anstoßen." Amerell hatte dieses Schreiben im Zuge der Schiedsrichter-Affäre veröffentlicht.

"Es handelt sich hierbei um keinen sportrechtlich relevanten Sachverhalt, da die Äußerungen im rein privaten und vertraulichen Rahmen gemacht wurden und nicht damit gerechnet werden konnte, dass diese in die Öffentlichkeit gelangen würden", sagte der Kontrollausschuss-Vorsitzende Anton Nachreiner.

Der deutsche Rekordmeister hatte bereits nach Bekanntwerden der E-Mail unaufgeregt reagiert und nach einem Treffen mit Kempter dessen Entschuldigung akzeptiert. "Kempter hat glaubwürdig klargemacht, dass er absolut unparteiisch ist", hatte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der vergangenen Woche gesagt.

Kempter soll Leistungstest absolvieren

Laut DFB wird Kempter nach seiner rund zweimonatigen Pause in der kommenden Woche einen Leistungstest absolvieren. Danach wird entschieden, wann der Bankangestellte aus Sauldorf wieder als Schiedsrichter eingesetzt werden soll.

Amerell, der unter anderem von Kempter wegen sexueller Belästigung beschuldigt wird, hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und durch Veröffentlichung mehrerer E-Mails und SMS versucht zu belegen, dass das Verhältnis zwischen ihm und Kempter ein einvernehmliches gewesen sei. Dem ehemaligen Schiedsrichter-Beobachter wurde mittlerweile per Einstweiliger Verfügung unter Androhung eines Ordnungsgeldes in Höhe von 250.000 Euro verboten, private E-Mails oder SMS von Kempter an ihn zu veröffentlichen und/oder zu verbreiten.

ham/dpa/sid

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Kanzla87 31.03.2010
1. ...
richtige Entscheidung. Jeder Schiedsrichter wird seine "Lieblingsmannschaften" haben - solange davon nicht Schiedsrichterentscheidungen betroffen sind, kann man den Schris ihre Fußballleidenschaft nicht aberkennen.
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