Schiedsrichter Jansen "Der DFB sieht zu, wie jemand geschlachtet wird"

Mit heftiger Kritik hat Bundesliga-Schiedsrichter Jürgen Jansen auf das Verhalten des DFB gegenüber seiner Person reagiert. Man würde ihn in der Wett-Affäre zum Bauernopfer machen, sagte der Unparteiische. Jansen betonte, mit Manipulationen von Spielen nichts zu tun zu haben.


Referee Jürgen Jansen: "Mein schwerstes Spiel"
DPA

Referee Jürgen Jansen: "Mein schwerstes Spiel"

Hamburg - "Ich fühle mich als Schiedsrichter vom DFB absolut allein gelassen", sagte Jansen in einem Interview der "Passauer Neuen Presse", "beim DFB zieht man sich zurück in ein Mauseloch und sieht zu, wie jemand geschlachtet wird." Der Unparteiische aus Essen betonte: "Ich habe nicht getan, was man mir vorwirft. Und ich will tot umfallen, wenn es anders ist."

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jansen im Zuge des Wettskandals um den Schiedsrichter-Kollegen Robert Hoyzer. Jansen ist von Hoyzer angeblich im Zusammenhang mit dem Bundesliga-Punktspiel 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg (3:0) am 27. November 2004 belastet worden. Heute Mittag wurde Jansens Wohnung durchsucht. Bereits gestern hatte sich Jansen mit einer eidesstattlichen Erklärung gegen die Vorwürfe zur Wehr gesetzt.

"Ich bin mit Leib und Seele Schiedsrichter, hab mit 15 Jahren meine Prüfung gemacht, bin jetzt 44, hab alle Klassen gepfiffen und meinen Buckel hingehalten. Ich hab sicherlich ein breites Kreuz, aber das ist mein schwerstes Spiel", beschwerte sich der Referee. "Hier geht es nicht mehr um Fußball, sondern auch darum, einen Menschen fertig zu machen." Er sieht sich als "Bauernopfer". Ich werde auch in dieser schweren Zeit wieder aufstehen, ob noch mal als DFB-Schiedsrichter, das wird man sehen." Im Moment empfinde er nur "absolute Leere und Traurigkeit".



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