Schiedsrichterbeschimpfung DFB bestraft vorlaute BVB-Kommentatoren

Es ist ein ungewöhnlicher Fall: Der DFB-Kontrollausschuss hat die BVB-Mitarbeiter Norbert Dickel und Boris Rupert für drastische Äußerungen während einer Radioübertragung bestraft. Sie hatten den Schiedsrichter unter anderem als "Blinden" und "Arschloch" bezeichnet.
DFB-Zentrale: Sperre für BVB-Kommentator

DFB-Zentrale: Sperre für BVB-Kommentator

Foto: A3399 Arne Dedert/ dpa

Hamburg - Es ist wohl ein Novum in der Geschichte des DFB-Kontrollausschusses: Der "Kicker" berichtet, dass Norbert Dickel und Boris Rupert vom Deutschen Meister Borussia Dortmund zu Strafen verurteilt wurden. Dickel ist Stadionsprecher beim BVB, Rupert arbeitet für die Redaktion von Borussia Dortmund. Gemeinsam kommentieren sie Spiele für das BVB-Netradio.

Durch ihre teils sehr einseitigen und drastischen Formulierungen haben beide mittlerweile eine Art Kultstatus erreicht. Beim Radiosender 1Live wurde Rupert schon mehrfach wochenlang von den Hörern in eine Topliste gewählt, in der über die besten O-Töne abgestimmt wird.

Nun gingen beide nach Ansicht des DFB aber zu weit. Bei der Kommentierung des Spiels zwischen dem BVB und Bayer Leverkusen am vierten Spieltag beschimpften sie Schiedsrichter Wolfgang Stark übel. Beide müssen nun eine Geldstrafe zahlen. Rupert wurde für zwei Partien sogar eine Kommentierung untersagt.

"Das ist doch lächerlich. Stark. Du Blinder!"

Das Duell gegen Leverkusen im August endete 0:0. Allerdings gab es einige umstrittene Entscheidungen von Stark. Dortmunds Mittelfeldspieler Mario Götze war wegen angeblichen Nachtretens vom Platz gestellt worden, ein Tor von Mats Hummels wurde nicht anerkannt.

Dickel kommentierte den Platzverweis unter anderem mit den Worten: "Jetzt kriegt Mario Götze Rot. Das ist doch lächerlich, Stark. Du Blinder, Mensch! Das ist 'ne Frechheit!" Und Rupert sagte zum nicht gegebenen Treffer: "Bist du denn? Wolfgang Stark, das nächste Tor, ...., du Arschloch!" Und: "Das ist ja nicht zu glauben, was dieser Mann sich zusammenpfeifen darf. Dieser Korinthenkacker vor dem Herrn!"

Die Strafen darf das DFB-Sportgericht aussprechen, da es sich zwar um ein Fanradio handelt, der Betreiber aber Borussia Dortmund ist. Dickel und Ruperts Aussagen könnten somit als Kommentare offizieller Vereinsmitarbeiter gewertet worden sein.

Den "Ruhr Nachrichten" sagte Rupert: "Solche Worte, die in Leverkusen gefallen sind, darf man vielleicht auf der Tribüne denken oder zu seinem Nebenmann sagen, allerdings sollte man sie nicht ins Mikro schreien. Wir haben uns auch schon dafür entschuldigt."

Die Hälfte seiner Sperre hat er bereits hinter sich.

jar
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