Schweinsteigers Aus bei Manchester United Hitzfeld kritisiert Mourinho

Ottmar Hitzfeld ist empört von José Mourinhos Umgang mit Bastian Schweinsteiger. Die Aussortierung des Weltmeisters sei "eine Methode, die mich befremdet", sagte der ehemalige Bayern-Trainer.

Schweinsteiger (l.) und Mourinho (2012)
AFP

Schweinsteiger (l.) und Mourinho (2012)


Der Umgang mit Bastian Schweinsteiger bei Manchester United sorgt weiterhin für Kritik. "Das ist mangelnder Respekt gegenüber einem verdienten Spieler", sagte der Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld (67 Jahre) dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Am Montag war bekannt geworden, dass Manchesters neuer Teammanager José Mourinho den Mittelfeldspieler dazu aufgefordert habe, seinen Spind bei den Profis zu räumen und in die Umkleidekabine der Reserve umzuziehen.

Die sei "eine Methode, die mich befremdet", sagte Hitzfeld: "Er ist nicht die Nummer 15 gewesen. Schweinsteiger ist Leistungsträger gewesen, ein Weltmeister, eine Persönlichkeit - und dazu ein Spieler, der auch menschlich überragend ist. So etwas hat so ein Spieler absolut nicht verdient."

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Zuvor hatte sich bereits Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef bei Schweinsteigers Ex-Klub Bayern München, ähnlich geäußert. "Als ich das gelesen habe, habe ich es fast nicht glauben können", sagte der 60-Jährige.

"Bei Bayern München hat es das noch nie gegeben, und bei Bayern München wird es das auch nie geben", erklärte Rummenigge. Er glaube gar, einige Spieler würden es sich künftig genauer überlegen, "ob es der richtige Schritt ist, zu solchen Klubs zu gehen, auch mit dem Risiko, dass man gegen seinen Willen verabschiedet wird".

Von vielen Fans in England erhielt Schweinsteiger indes Unterstützung. In den sozialen Netzwerken werben United-Anhänger seit Dienstag unter dem Hashtag #SaveSchweinsteiger für einen Verbleib des 32-Jährigen. Schweinsteiger war im vergangenen Sommer nach 13 Jahren im Profikader der Bayern für rund 20 Millionen Euro zu den Red Devils gewechselt.

mka/sid



insgesamt 72 Beiträge
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eierdieb 04.08.2016
1. Traurig
Wenn er nicht viel zuviel Geld für das was er leistet bekommen würde ,hätte ich Mitleid.Was will er denn mit der ganzen Kohle ,er soll doch irgendwo spielen wo er Spaß hat und das verdient was er Wert ist.Ich habe leider den Eindruck ,dass er gerne im Klub der ganz Reichen wäre ,aber das ist nur ein Eindruck. Dafür das er einiges vergeigt hat steht er noch verdammt gut da.Andere sind da deutlich schlechter dran.Ich geb aber auch ehrlich zu ,dass ich es schlecht haben kann, dass alle sich Sorgen um so nen Fußballer machen. Die echten Ungerechtigkeiten sind woanders.
gehel 04.08.2016
2. Fadenscheinige Argumentation der Vereine
Die Vereine wundern sich, dass die Spieler nicht mehr viel von Vertragstreue halten und wie am Beispiel Draxler, ihre vorzeitige Vertragsauflösung fordern. Wenn Hr. Rummenigge jetzt vehement Vertragstreue einfordert, dann sollte er sich mal daran erinnern, wie Bayern mit Götze umgegangen ist. Um noch überhaupt eine Ablöse zu erhalten, hat man doch auch Götze vor die Tür gesetzt. Das Gleiche passiert jetzt mit Schweinsteiger bei ManU, nur mit noch härteren Bandagen. Wenn Schweinsteiger nun auf Vertragserfüllung bestehen würde, könnte er zwar noch ein Jahr lang gutes Geld für Nichtstun kassieren, wäre aber so gut wie aus dem Geschäft.
aurichter 04.08.2016
3. Hat Hitzfeld das Recht
einen Mourinho zu kritisieren? Ja ich denke schon. Nach dem durchaus überraschenden Gewinn der CL mit Mailand hat Mourinho selbst nach orgeastischem Kaufrausch bei den Vereinen nichts wesentliches gewonnen. Bei Real weggeekelt, bei Chelsea vom Hof gejagd ohne Erfolg, so sieht seine Erfolgssrähne aus. Jetzt bei United die gleiche Leier. Da wird durch Erfolglosigkeit der Jahre Moyes/van Gaal viel Geld verschleudert fûr angebliche Starspieler, die dann unter Mourinho wieder nicht funktionieren. Was hat der Trainer denn bei seiner zweiten Amtszeit bei Chelsea bewirkt? Trotz Hochkaräter nur Mittelmaß. Der Oligarch mit seinen Milliarden hat viel zu lang am "The Special One" festgehalten. Die Spieler waren auf einem anderen Trip. Diese Erfahrung wird United mit dem Übertrainer auch noch machen, der lebt nur noch von dieser glücklichen Vergangenheit, sonst nichts.
patschel 04.08.2016
4.
Nun mal ehrlich, als Scheint zu Manchester wechselte, wollte Guardiola ihn auch nicht mehr haben. Schweini selbst wußte das und wollte seine letzten zwei bis drei Jahre nur noch Geld abzocken, was Okay ist. Deshalb kein Mitleid. Mit Arbeitnehmern anderer Branchen wird härter umgegangen, die bekommen aber nicht so viel Geld.
tomaraya 04.08.2016
5. verdienter Spieler
Naja, sicherlich ist BS ein verdienter Spieler, aber eben nicht bei ManUnited. Da hat er in seiner ersten Saison nicht viel gerissen. Das ist also eher ein schwaches Argument. Trotzdem sollte man mit seinen Spielern so nicht umgehen, egal was sie für den Verein geleistet haben. Zumal sich die beiden ja noch nicht einmal guten Tag gesagt haben. Mourinho hätte wenigstens den Anstand haben sollen, sich mit Schweinsteiger zu unterhalten und ihn sein Standpunkt in einem persönlichen Gespräch nahelegen können. So viel Respekt sollte er jedem seiner Spieler entgegen bringen. Egal ob "verdient" oder nicht.
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