Senegal Beim Elfmeterpfiff wurde es zappenduster

Nicht nur in Paris, Lissabon, Brüssel, Tokio und Aue verfolgten Millionen das erste EM-Halbfinale am Fernseher. Auch in der senegalesischen Hauptstadt Dakar saß man gebannt vor der Flimmerkiste - dann gab's plötzlich eine böse Überraschung.

Von Christian Baars


Dakar - Mittwoch, 28. Juni 2000, Halbfinale der Europameisterschaft Frankreich gegen Portugal. Es steht 1:1, Verlängerung. Höchstspannung. Das nächste Tor entscheidet. Golden Goal. Halb Dakar sitzt gebannt vor dem Fernseher. 116. Spielminute. Angriff der Franzosen, Durcheinander im Strafraum Portugals. Der Keeper Baia kommt an den Ball, kann ihn nicht festhalten, Wiltord schießt. Ein portugiesischer Spieler steht auf der Torlinie, kriegt den Ball ab. Der Schiri pfeift, Ecke. Denken zumindest alle. Doch auf einmal kommt der Assistent des Schiedsrichters herangelaufen. Der französische Kommentator antizipiert, was nun kommen wird: "Penalty, penalty pour la France!" - WUMMMMMMMMMM. Stille. Dunkelheit. Ein Aufschrei aus tausenden Kehlen. Stromausfall in Dakar! Schlagartig wird es Nacht. Die Stadt ist dunkel wie der Fernsehschirm. Der Spielausgang bleibt ein Mysterium... Dies ist ein wahre Geschichte.



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