Anfrage von DFB-Kanzlei Blatter soll in WM-Affäre aussagen

Der suspendierte Fifa-Präsident Joseph Blatter soll bei der Aufklärung des WM-Skandals helfen. Laut "Süddeutscher Zeitung" hat die vom DFB beauftragte Kanzlei beim Schweizer angefragt. Bislang jedoch offenbar ohne Erfolg.

Blatter (nach Befragung durch die Fifa-Ethikkommission): Anfrage von Freshfields
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Blatter (nach Befragung durch die Fifa-Ethikkommission): Anfrage von Freshfields


Die Wirtschaftskanzlei Freshfields will bei ihren Ermittlungen zur Vergabe der Fußball-WM 2006 den suspendierten Fifa-Chef Joseph Blatter befragen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Auch der frühere Fifa-Generalsekretär Urs Linsi und Markus Kattner, der momentan kommissarisch als Generalsekretär des Weltverbandes fungiert, sollen auf der Zeugenliste stehen.

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Heft 51/2015
Verliert Deutschland seine Mitte?

Freshfields hofft auf Informationen über die Geldflüsse zwischen dem deutschen Organisationskomitee und der Fifa. Insbesondere geht es um eine dubiose 6,7-Millionen-Euro-Zahlung.

Die Fifa soll bislang abwehrend auf das Ersuchen reagiert haben. Der Verband wolle zunächst eigene Untersuchungen vornehmen. Der DFB hatte Freshfields beauftragt, die Hintergründe der WM-Affäre aufzuklären.

Die Kanzlei soll laut "SZ" auch versucht haben, die Erben des früheren und 2009 verstorbenen Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus zu befragen. Dieser hatte den deutschen WM-Machern das Geld geliehen.

Angeblich sind die Millionen 2002 an die Finanzkommission der Fifa mit Sitz in Zürich geflossen, laut OK-Präsident Franz Beckenbauer als Sicherung für einen späteren WM-Zuschuss seitens des Weltverbandes in Höhe von 170 Millionen Euro. Blatter bezeichnete diese Darstellung im SPIEGEL jedoch als absurd: "Geld zu bezahlen, um Geld zu bekommen? Nein. So was gibt es bei der Fifa nicht", so Blatter.

Die Rückführung des Millionendarlehens erfolgte mutmaßlich via Fifa an Dreyfus, fälschlicherweise deklariert als Beitrag zum Kulturprogramm des Weltverbandes.

Bei der Suche nach dem Verbleib des Geldes konnten oder wollten die Dreyfus-Erben den DFB-Ermittlern der "SZ" zufolge nicht weiterhelfen. Angeblich gebe es keine Bankunterlagen mehr aus der damaligen Zeit.

Das offizielle Ergebnis der externen Ermittlungen soll Ende Februar vorliegen. Der DFB will den Bericht öffentlich machen.

cte/dpa/sid



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Seite 1
ackergold 18.12.2015
1.
Dieses unerträgliche Hickhack um diese Zahlung und auch andere belastet den Fussball und sollte so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Zuerst dachte ich auch, die WM sei damit "gekauft" worden, aber angesichts der Faktenlage, dass alles über FIFA-Konten lief und niemand etwas darüber aussagt, ja sogar gar nichts weiß, läßt mich inzwischen vermuten, tatsächlich ist das Geld eher in Blatters Wahlkampf geflossen. Wenn das stimmt, dann muss er wegen Untreue einsitzen, Köppels "Mann des Jahres".
ackergold 18.12.2015
2.
Dieses unerträgliche Hickhack um diese Zahlung und auch andere belastet den Fussball und sollte so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Zuerst dachte ich auch, die WM sei damit "gekauft" worden, aber angesichts der Faktenlage, dass alles über FIFA-Konten lief und niemand etwas darüber aussagt, ja sogar gar nichts weiß, läßt mich inzwischen vermuten, tatsächlich ist das Geld eher in Blatters Wahlkampf geflossen. Wenn das stimmt, dann muss er wegen Untreue einsitzen, Köppels "Mann des Jahres". Genau aus diesem Grund wird Blatter niemals etwas Substantielles aussagen. Gebt ihm das Jodeldiplom, das er haben will und bringt ihn dorthin, wo solche Leute hingehören.
femtom1nd 18.12.2015
3. ...
Zitat von ackergoldDieses unerträgliche Hickhack um diese Zahlung und auch andere belastet den Fussball und sollte so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Zuerst dachte ich auch, die WM sei damit "gekauft" worden, aber angesichts der Faktenlage, dass alles über FIFA-Konten lief und niemand etwas darüber aussagt, ja sogar gar nichts weiß, läßt mich inzwischen vermuten, tatsächlich ist das Geld eher in Blatters Wahlkampf geflossen. Wenn das stimmt, dann muss er wegen Untreue einsitzen, Köppels "Mann des Jahres". Genau aus diesem Grund wird Blatter niemals etwas Substantielles aussagen. Gebt ihm das Jodeldiplom, das er haben will und bringt ihn dorthin, wo solche Leute hingehören.
Für die Frage: Warum erst 6,7 Millionen Euro an die Fifa gezahlt werden mussten, um später 170 Millionen zu erhalten? Gibt es einige mögliche Antworten. Mein Favorit: Die 6,7 Millionen Euro wurden als Hebel benutzt, um an den Wettmärkten - mit dem Wissen über den Ausgang manipulierter Spiele - abzukassieren. Dies lässt sich sehr einfach über 3 manipulierte Spiele realisieren: 1. Spiel: Man setzt die 6,7 Millionen auf ein Team mit der Quote 6.0 = 40,2 Millionen. 2. Spiel: Man setzt die 40,2 Millionen auf ein Team mit der Quote 2.0 = 80,4 Millionen. 3. Spiel: Man setzt die 80,4 Millionen auf ein Team mit der Quote 2.15 = 172,86 Millionen. Gelegenheit man Kohle. Wie sollte man sonst aus 6,7 Millionen - aus dem Stand - 170 Millionen machen?
Discordius 18.12.2015
4. Wo ist Zwanziger?
Beim DFB wusste Theo Zwanziger als damaliger Schatzmeister vermutlich am meisten von den dubiosen Vorgängen um die 6,7 Millionen. Insbesondere war er es, der Dreyfuss persönlich besuchte, als dieser 2005 sein Geld zurückhaben wollte. Interessant dabei ist, dass Zwanziger zu diesem Zeitpunkt nicht mehr Schatzmeister war, aber dennoch in diesem wichtigen Geschäft mit Horst R. Schmidt (DFB-Schatzmeister ab 2007) den DFB vertrat. Der damals aktuelle Schatzmeister Heinrich Schmidhuber hatte mit diesen Geschäften offenbar nichts zu tun oder hielt sich im Hintergrund. Wo bleibt aber die Berichterstattung des sonst so investigativen und kritischen SPIEGELs zu 20er in der mutmaßlichen DFB-WM oder doch besser FIFA-Blatter-Affäre? Alles deutet auf eine Deal zwischen 20er und dem SPIEGEL/Herrn Weinreich: Geld oder zumindest 100% Schonung für 20er in der Affäre.
Urschweizer 18.12.2015
5. Hätten Sie wohl gerne!!
Zitat von ackergoldDieses unerträgliche Hickhack um diese Zahlung und auch andere belastet den Fussball und sollte so schnell wie möglich aufgeklärt werden. Zuerst dachte ich auch, die WM sei damit "gekauft" worden, aber angesichts der Faktenlage, dass alles über FIFA-Konten lief und niemand etwas darüber aussagt, ja sogar gar nichts weiß, läßt mich inzwischen vermuten, tatsächlich ist das Geld eher in Blatters Wahlkampf geflossen. Wenn das stimmt, dann muss er wegen Untreue einsitzen, Köppels "Mann des Jahres".
Der DFB und seine Protagonisten stecken im Korruptions-Sumpf - nicht Blatter! "Geld in Blatters Wahlkampf geflossen."?? So ein Blödsinn! Blatter musste keinen Wahlkampf betreiben! Er hatte seine Mehrheit auf sicher! Aber das von den allermeisten Fussballverbänden so "heissgeliebte" Deutschland musste sich die WM via die Hintertüre erkaufen! Und hören Sie endlich auf, so einfältig über Blatter herzuziehen! Bisher konnte ihm noch KEINE EINZIGE Verfehlung nachgewiesen werden!!
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