Ehemaliger Fifa-Präsident Blatter "Politik" entschied bei Vergabe der WM 2006

Trotz der dubiosen Zahlung von 6,7 Millionen Euro im Vorfeld der WM-Vergabe 2006 ist sich Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter weiterhin sicher: Das "Sommermärchen" war nicht gekauft.

Sepp Blatter
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Aus Sicht des früheren Fifa-Präsidenten Joseph Blatter war die Fußball-WM 2006 in Deutschland trotz der skandalumwitterten Vergabe nicht gekauft. "Auch da entschied Politik", sagte der Ex-Chef des Weltverbands dem "Blick am Sonntag". In der Affäre um das sogenannte Sommermärchen ist weiterhin unklar, welchem Zweck eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro diente, die am Ende in Katar landeten. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt unter anderem gegen den ehemaligen Organisationskomiteevorsitzenden Franz Beckenbauer wegen des Verdachts auf Betrug, Geldwäsche und Veruntreuung. Beckenbauer hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Im jüngst veröffentlichten Bericht des früheren Fifa-Chefermittlers Michael Garcia zu den WM-Vergaben an Russland und Katar wird auch die Rolle Beckenbauers detailliert erörtert. So war das frühere Fifa-Exekutivmitglied wegen mangelnder Kooperation bei der Untersuchung mit einer Geldstrafe belegt worden. "Er funktioniert so. 'Was wollt ihr von mir, ich bin der Kaiser', dachte er, sah sich stets als Lichtgestalt. Für ihn war das immer sozusagen 'Schmarrn'", sagte Blatter über den früheren Chef des WM-Organisationskomitees. "Bei der WM-Vergabe war er für mich einfach zu unvorsichtig."

Trotz seiner sechsjährigen Sperre für alle Fußball-Aktivitäten will Blatter selbst zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr nach Russland reisen. "Wladimir Putin hat mich ja eingeladen", sagte der 81-Jährige. "Ich darf nur nicht als Schiedsrichter eingesetzt werden, alles andere geht." Der ebenfalls gesperrte frühere Uefa-Präsident Michel Platini hatte die Erlaubnis der Fifa-Ethikkommission für den Besuch bei der EM 2016 in Frankreich, erschien allerdings nicht.

bam/dpa



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