Rassismus in der Serie A Roma-Fans beleidigen Vieira mit Affenlauten

Die Nachrichten über Rassismus im Fußball reißen nicht ab. Nun ist mal wieder die italienische Serie A betroffen, Fans der AS Rom stehen im Mittelpunkt. Das Spiel wurde normal beendet.

Sampdorias Ronaldo Vieira (l.) will sich zum Thema Rassismus nicht äußern
Simone Arveda/ AP

Sampdorias Ronaldo Vieira (l.) will sich zum Thema Rassismus nicht äußern


Die italienische Serie A muss sich erneut mit einen Fall von Rassismus auseinandersetzen. Im Spiel zwischen dem Tabellenschlusslicht Sampdoria Genua und der AS Rom (0:0) sollen Roma-Anhänger den 21 Jahre alten Sampdoria-Mittelfeldspieler Ronaldo Vieira mit Affenlauten beleidigt haben.

"Der Klub toleriert keinerlei Rassismus und unterstützt die Behörden bei der Identifizierung und der Bestrafung derjenigen, die für die rassistischen Beleidigungen gegenüber dem Mittelfeldspieler verantwortlich sind", schrieb die Roma im Anschluss an das Spiel am Sonntag bei Twitter und bestätigte den rassistischen Vorfall. Der Klub bat Vieira um Entschuldigung.

"Ich habe es gehört, aber ich möchte nicht darüber sprechen. Das passiert zu oft, es sollte nicht so sein", sagte der in Guinea-Bissau geborene und in Portugal und England aufgewachsene englische U21-Nationalspieler den Vorfall gegen Ende der ersten Spielhälfte im italienischen Fernsehen Rai Sport.

In Italien gibt es seit Jahren Probleme mit rassistischen Fans. Anfang September hatten Beleidigungen gegen den belgischen Nationalstürmer Romelu Lukaku von Inter Mailand durch Anhänger von Cagliari Calcio für Aufregung gesorgt. Vor diesem Spieltag hatte die Serie A angekündigt, mit Videos gegen rassistische Fans vorgehen zu wollen.

Seit den Vorfällen beim Länderspiel zwischen Bulgarien und England in der vergangenen Woche, als englische Spieler ebenfalls rassistisch beleidigt wurden und Fans den Hitler-Gruß zeigten, wird verstärkt über den Drei-Stufen-Plan der Europäischen Fußball-Union (Uefa) diskutiert. Zunächst soll es im Fall von Rassismus in Stadion eine Lautsprecherdurchsage geben, im Wiederholungsfall soll das Spiel unter- und bei einer dritten Verfehlung abgebrochen werden. Von diesen Maßnahmen wurde in der Serie A kein Gebrauch gemacht.

krä/sid

insgesamt 7 Beiträge
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AK_1 21.10.2019
1. Rausschmiss
Italienische Vereine aus dem europäischen Wettbewerb ausschliessen. Es wird immer wieder über solche Vorfälle berichtet, jedoch kommen von den Verantworten nur mahnende "Worte". Bei manchen politischen Äusserungen der Spieler hingegen wird hart durchgegriffen. Mit derselben Härte muss man hier vorgehen.
eurusiii 21.10.2019
2. Unschön
Wie muss es seinerzeit einem Olli Kahn ergangen sein, der neben Affengeräuschen auch noch mit Bananen bedacht wurde? Die Verursacher gleich aus dem Stadion bringen und Punkt. Olli Kahn warf damals die Bananen hinter die Bande und gut war. Man darf solchen Idioten im Publikum keine Bühne geben. Spielabbrüche etc wären eine solche. Zugriff und raus. Und die Pyromanen gleich mit entfernt.
Hans-Dampf 21.10.2019
3.
Gibt es in italienischen Stadien keine Kameras und Ordner? Bei solchen Entgleisungen gehören die Täter aufgenommen, aus dem Stadion geschmissen (inkl. Stadionverbot auf Lebenszeit) und vor Gericht gestellt.
xprt007 21.10.2019
4. FIFA, UEFA und die "National football associations" sind nicht besser
Wenn sie Rassismus ernst nehmen würden, würden sie die Vereine drastisch bestrafen, durch mehrere Spiele ohne heimische Zuschauer, Punktabzug, Liga-Ausschluß oder Ähnliches und nicht nur mit Gelstrafe von ein paar tausend Euros oder nützlöse Warnungen. Es wird wieder kein richtige Strafe geben und ich wette in den nächsten 2 Wochen werden wir ähnliche Berichte aus Italien oder andere Ländern hören.
Hans-Dampf 21.10.2019
5.
Zitat von xprt007Wenn sie Rassismus ernst nehmen würden, würden sie die Vereine drastisch bestrafen, durch mehrere Spiele ohne heimische Zuschauer, Punktabzug, Liga-Ausschluß oder Ähnliches und nicht nur mit Gelstrafe von ein paar tausend Euros oder nützlöse Warnungen. Es wird wieder kein richtige Strafe geben und ich wette in den nächsten 2 Wochen werden wir ähnliche Berichte aus Italien oder andere Ländern hören.
Was bringt es, einen Verein für das Handeln seiner freiwilligen Anhänger zu bestrafen? Er hat diese Vollpfosten ja nicht bestellt. Bei Verfehlungen der Spieler mag dieses System des Bestrafen des Vereins funktionieren, bei den Fans wäre das aber recht willkürlich. Mir sind Fälle bekannt, da wurde ein offizieller Fanclub eines Bundesligavereins aufgelöst und das Resultat war, dass die Störenfriede ohne Anhänger des Fanclubs zu sein ins Stadion kamen und munter weitermachten. Erst, als Ordner eingriffen und die Bekloppten der Polizei übergaben, fand das Treiben ein Ende.
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