Hooligan-Randale in der Serie A Gesamte Genua-Mannschaft muss vor Gericht

Hooligans forderten sie auf, ihre Trikots auszuziehen - die Spieler gaben nach. Nun muss sich die gesamte Mannschaft des italienischen Clubs FC Genua dafür vor dem nationalen Sportgericht verantworten. Auch der Präsident wurde geladen.

Genua-Spieler Marco Rossi (mit Trikot): Dem Willen der Hooligans gebeugt
AP

Genua-Spieler Marco Rossi (mit Trikot): Dem Willen der Hooligans gebeugt


Hamburg - Von den Rängen skandierten und drohten die Hooligans, auf dem Platz gaben die Spieler klein bei: Bei der Niederlage in der Serie A gegen den AC Siena am 22. April (1:4) hatten Randalierer die Spieler des FC Genua aufgefordert, ihre Trikots auszuziehen. Die Profis seien nicht würdig, die Farben des Vereins zu tragen. Alle Spieler hatten den Drohungen nachgegeben - nun droht ihnen ein Justizverfahren.

Die gesamte Mannschaft, in der auch die deutsche Nachwuchshoffnung Alexander Merkel spielt, sowie Club-Präsident Enrico Preziosi müssen sich für das Vorkommnis nun vor dem Sportgericht des italienischen Fußballverbands FIGC verantworten. Das berichtet die italienische Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport".

Schon unmittelbar nach dem Skandalspiel hatte Gianni Petrucci, Präsident des Nationalen Olympischen Komitee Italiens, Kritik am Club geäußert: Der CFC Genua habe ein sportliches Sakrileg begangen, weil er sich der Forderung seiner eigenen randalierenden Fans gebeugt habe. Italiens Fußball-Verbandschef Giancarlo Abete hatte die Randale als "inakzeptabel" bezeichnet.

Die Fans hatten zudem Rauchbomben gezündet und versucht, auf das Spielfeld zu gelangen. Die Begegnung musste daraufhin für 50 Minuten unterbrochen werden. Unklar ist in diesem Fall die Position von Kapitän Giuseppe Sculli, dem Beziehungen zu Hooligan-Gruppen vorgeworfen werden. Außerdem wurde er bei einem Treffen mit drei mutmaßlichen Mitgliedern einer illegalen Wettvereinigung abgebildet.

luk/sid



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