Sieg im Mailänder Derby Lukaku entscheidet Duell mit Ibrahimović für sich

Ende Januar waren die Stürmerstars von AC und Inter Mailand im Pokal aneinandergeraten, mit dem besseren Ende für Romelu Lukaku und Inter. Auch in der Liga gingen Duell und Sieg an den Belgier – und zwar deutlich.
Romelu Lukaku bedankt sich

Romelu Lukaku bedankt sich

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Antonio Calanni / AP

Inter hat das Mailänder Derby in der Serie A gewonnen und damit die Tabellenführung auf vier Punkte ausgebaut. Beim 3:0-(1:0)-Sieg im Giuseppe-Meazza-Stadion erzielte Lautaro Martinez zwei Tore für die Gäste (5. und 57. Spielminute), Romelu Lukaku sorgte für den Endstand (66.). Die AC bleibt nach der Niederlage Tabellenzweiter.

Das Mailänder Derby ist selten arm an Emotionen. Bereits im Vorfeld der 174. Ausgabe in der Serie A wurde allerdings die Grundlage für ein besonders hitziges Duell gelegt. Beim Viertelfinalsieg in der Coppa Italia von Inter kam es zu einem langen Wortgefecht zwischen den jeweiligen Stürmerstars Zlatan Ibrahimović und Romelu Lukaku. Beide sahen Gelb, Ibrahimović, der die AC in Führung gebracht hatte, flog später mit Gelb-Rot vom Platz, Inter gewann durch ein Tor in der Nachspielzeit.

Und auch am Tag des Derbys sorgte das Spiel schon vor dem Anpfiff für Diskussionen. Tausende Fans hatten sich vor dem Giuseppe-Meazza-Stadion getroffen. Die Anhänger von AC warteten vor dem Anpfiff auf den Mannschaftsbus. Trotz geltender Corona- und Abstandsregeln standen die Fans dicht gedrängt zusammen und stimmten laute Fangesänge an. Bei der Einfahrt des Busses der Rossoneri zündeten einige bengalische Feuer und Rauchbomben.

Vor dem Spiel sorgten einige Anhänger von AC vor dem Stadion für unschöne Bilder: Abstände wurden nicht eingehalten, Feuerwerk wurde abgebrannt

Vor dem Spiel sorgten einige Anhänger von AC vor dem Stadion für unschöne Bilder: Abstände wurden nicht eingehalten, Feuerwerk wurde abgebrannt

Foto: Massimo Alberico / imago images/Independent Photo Agency Int.

Die Partie verlief dann weniger hitzig. Inter war die erste und die letzte halbe Stunde die bessere Mannschaft, Milan konnte in den 30 Minuten, in denen es die besseren Chancen hatte, diese nicht nutzen.

Die Gäste gingen nach einer tollen Einzelleistung von Lukaku früh in Führung. Der Stürmer nutzte über rechts seine Schnelligkeit aus, scheiterte mit seiner Flanke zwar zunächst noch an Simon Kjaer, der zweite Versuch mündete aber in einer präzisen Flanke auf Martinez, der per Kopf aus nächster Nähe traf (5.). Lukaku verpasste das 2:0 nur knapp (27.). Nach und nach fand die AC besser ins Spiel, Theos Versuch aus knapp zehn Metern ging nur Zentimeter neben den Pfosten (33.).

Drei Großchancen für AC, Tor für Inter

Nach der Pause hatte Inters Torwart Samir Handanovic seinen großen Auftritt: Innerhalb von knapp drei Minuten vereitelte der Slowene drei Großchancen. Erst reagierte Handanovic zweimal ganz stark nach Kopfbällen von Ibrahimović (47.), dann entschärfte er einen hart geschossenen Ball von Sandro Tonali (49.). In den Folgeminuten schnürte AC den Gegner in der Defensive ein. Da allerdings jeder Angriff am Ende über Ibrahimović lief, gelang es den Gästen, weitere Großchancen zu verhindern.

Mitten in dieser besten Phase der Gastgeber fiel das 0:2. Christian Eriksen drang mit Tempo in den Strafraum ein, um dann auf Ivan Perisic abzulegen. Dieser spielte den Ball in die Mitte, wo Martinez aus Kurzdistanz nur noch einschieben musste (57.). Lukaku krönte seine starke Leistung dann noch mit einem Tor. Nach einem Solo durch das Zentrum traf er aus 16 Metern genau ins linke Eck zum 3:0 (66.). In der Folge kontrollierten die Gäste die Partie, ließen Ball und Gegner laufen, ohne aber den letzten Aufwand für einen weiteren Treffer zu betreiben.

Mit dem Sieg baut Inter den Vorsprung zum zweitplatzierten Stadtrivalen in der italienischen Fußball-Liga auf vier Zähler aus. Der Klub wartet seit 2010 auf seinen 19. Meistertitel. Damals hatte Inter unter José Mourinho das Triple gewonnen, im Champions-League-Finale gab es dabei ein 2:0 gegen den FC Bayern München.

svs/dpa
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