"Objektiv begrenzte Relevanz" Keine Konsequenzen nach rassistischen Beleidigungen gegen Moise Kean

In einem Spiel bei Cagliari Calcio wurde Juventus-Stürmer Moise Kean von den gegnerischen Fans rassistisch beleidigt. Die Liga sieht aber keinen Grund für eine Bestrafung.

Moise Kean
Isabella Bonotto/AFP

Moise Kean


Nach den rassistischen Attacken auf Moise Kean vom italienischen Meister Juventus von Anfang April hat die Serie A bekanntgegeben, Cagliari Calcio nicht bestrafen zu wollen. Anhänger von Cagliari hatten Kean nach seinem Treffer zum 2:0 (1:0)-Endstand ausgebuht und offenbar auch rassistisch beleidigt. Der Youngster ist Italiener mit ivorischen Wurzeln.

In einer am Dienstag veröffentlichten Presseerklärung bezeichnete die Liga die Vorfälle als "zweifellos kritisierbar", sie hätten während des Spiels aber eine "objektiv begrenzte Relevanz auch in Bezug auf die tatsächliche Wahrnehmung" gehabt. Deswegen sei beschlossen worden, keine Sanktionen gegen Cagliari zu verhängen.

Caglaris Präsident Tommaso Giulini hatte sich von dem Vorwurf distanziert. "Ich habe vor allem Pfiffe gehört, die hätten genauso alle anderen Spieler getroffen." Sollte es auch rassistische Sprüche gegeben haben, "sind die zu verurteilen", hatte er gesagt.

Nach dem Spiel hatte Kean ein Foto auf sein Instagram-Profil gepostet. "Der beste Weg, auf Rassismus zu antworten", steht in Anlehnung an seinen Treffer darunter.

Die Erklärung der Liga kommt erst sechs Wochen nach dem Vorfall, der internationale Aufmerksamkeit erlangt hatte. Es war nicht der erste rassistische Vorfall in dieser Serie-A-Saison. Bereits im September war Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel während eines Spiels gegen Inter rassistisch beleidigt worden.

hba

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hasselblad 14.05.2019
1.
Rassismus gehört in der Seria A zum "guten" Ton. Im Italien des offenen Faschisten Salvini dürfte sich das auf Sicht nicht bessern, das Pack darf sich nun mal wieder kurz für "das Volk" und "die Mehrheit" halten und lässt entsprechend ungeniert die Maske fallen. So schlimm das ist, die betroffenen Spieler können sich allerdings entspannt zurücklehnen - sie nehmen jährlich ein paar Millionen mit nach Hause, die italienischen Rassisten sind wie überall anders auch in der Mehrheit Abgehängte und ökonomische Verlierer, die nie mehr als ein paar bunte Münzen besitzen werden. Ich nenne das soziale Gerechtigkeit, wenn der rassistisch Geschmähte im Ferrari an denen vorbeifährt, denen der Staat den Bus bezahlt.
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