Wegen umstrittener Entscheidungen Lazio-Fans verklagen Schiedsrichter

Die 1:3-Niederlage von Lazio gegen den FC Turin könnte juristische Folgen haben - für den Schiedsrichter. Fans reichten wegen "illegaler Beeinflussung" Sammelklage ein.

Schiedsrichter Piero Giacomelli (rechts) zeigt Ciro Immobile (Mitte) die Rote Karte
AFP

Schiedsrichter Piero Giacomelli (rechts) zeigt Ciro Immobile (Mitte) die Rote Karte


Der italienische Schiedsrichter Piero Giacomelli und Video-Assistent Marco Di Bello müssen sich möglicherweise vor Gericht verantworten. Lazio-Fans haben die beiden Unparteiischen verklagt. Sie werfen dem Gespann offenkundige und spielentscheidende Fehlentscheidungen bei Lazios 1:3-Heimniederlage gegen den FC Turin am 11. Dezember vor.

Konkret heißt es in der Sammelklage, die von einer angesehenen römischen Kanzlei eingereicht wurde, der Schiedsrichter und sein Assistent hätten gegen das Recht der Fans verstoßen, "ihre sportliche Leidenschaft frei von illegaler Beeinflussung" auszuleben. Für die Unparteiischen gelte das "Prinzip der Verantwortung".

Giacomelli soll Lazio einen Elfmeter verweigert haben. Zudem stellte er in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nach Rücksprache mit seinem Video-Assistenten Stürmer Ciro Immobile vom Platz. Der Torjäger, der in dieser Saison schon 15 Treffer erzielt hat, hatte sich zu einem leichten Kopfstoß gegen Nicolas Burdisso hinreißen lassen. Zu diesem Zeitpunkt stand es 0:0. Nach der Pause entschied Turin die Partie in Überzahl für sich.

Einen ähnlichen Fall hatte es im November in der Bundesliga gegeben: Ein Fan des 1. FC Köln erstattete nach der 0:1-Niederlage des FC gegen den FSV Mainz Anzeige gegen Video-Assistent Tobias Welz. Welz hatte Schiedsrichter Felix Brych geraten, Elfmeter für Mainz zu geben, obwohl die TV-Bilder zeigten, dass es keine Berührung gegeben hatte. Die Kölner Staatsanwaltschaft gab an, die Anzeige prüfen zu wollen.

mmm/sid



insgesamt 5 Beiträge
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hansa54 20.12.2017
1. Absicht
Ist nicht schon die Absicht/der Versuch eines Fouls strafbar?
cave100 20.12.2017
2. Krank
Aus meiner juristischen Sicht reiner Blödsinn. In Italien wird der Prozess wohl einige Jahre dauern, in der BRD nicht einmal eröffnet, d.h. abgewiesen. Um hier punkten zu können, müsste den Schiedsrichtern Vorsatz - und Vorteilsnahme nachgewiesen werden, alles andere ist Unsinn.
isi-dor 20.12.2017
3.
Es handelt sich um Tatsachenentscheidungen des Schiedsrichters. Wenn hier in Zukunft der Klageweg offen steht, dann bleibt eigentlich der FIFA nach ihren eigenen Statuten keine andere Möglichkeit, als Italien auszuschließen. Das dürfte nicht weiter Wellen schlagen, da sie ja sowieso nicht für die WM qualifiziert sind. Demnächst klagen die Fans noch irgendwo den Sieg ein.
starboy 20.12.2017
4. Hoyzer lässt grüßen...
Nicht nur in Italien gibt es merkwürdige Entscheidungen. Auch in Deutschland schüttel ich regelmäßig den Kopf wie ein Videoschiri eine noch schlechtere Entscheidung treffen kann wie der Schiri auf dem Platz. Kopfschütteln ja, Anzeigen zulassen. Konten prüfen und Geldflüsse ermitteln.
chalchiuhtlicue 20.12.2017
5. Und wieder tolle Kommentare von den ...
... Möchtergern-Schiedsrichtern, die keine Ahnung von Regeln haben und viel weiter entfernt waren als der Schiri, aber immer alles besser gesehen haben und immer alles besser wissen. Ja nee, schon klar ... Dunning und Kruger lassen grüßen!
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