Sicherheitsgipfel Das plant die DFL

Fußball-Deutschland schaut gebannt nach Frankfurt. Bei der Entscheidung der Vereine über das umstrittene Sicherheitskonzept kommt es zum Showdown zwischen drei Parteien. Hier die Pläne des Ligaverbandes DFL.

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL), Vertreter der 36 Erst- und Zweitligaclubs, sieht sich "aufgerufen, in eigener Zuständigkeit neben der Polizei die geeigneten und erforderlichen Maßnahmen für die Sicherheit innerhalb und außerhalb der Stadien zu treffen". So steht es im modifizierten, 37 Seiten langen, zweiten Entwurf des Papiers "Sicheres Stadionerlebnis", über das die Vereine am 12. Dezember auf der ordentlichen Mitgliederversammlung in Frankfurt abstimmen sollen.

Eine erste Version, die im September vorgelegt wurde, fiel durch. Es dauerte nicht lange, bis Fanvertreter aus ganz Deutschland protestierten. Sie beklagten, nicht einbezogen worden zu sein. Selbst zahlreiche Erst- und Zweitligaclubs waren mit dem Entwurf nicht einverstanden. Die DFL überarbeitete nach der Kritik das Papier.

Danach forderte DFL-Präsident Reinhard Rauball die Vereine zu Geschlossenheit auf: "Das gemeinsame Vorgehen ist das A und O bei diesem Thema. Es darf nicht sein, dass sich einige Clubverantwortliche zu Lasten der Solidargemeinschaft bei den Fans profilieren wollen."

Auf der ersten Seite der zweiten Version kontert die DFL Vorwürfe, die insgesamt 16 Anträge seien entstanden, ohne Fanbelange zu berücksichtigen. Sie seien "am gleichen Tag der AG Fanbelange und den Sicherheits- und Fanbeuaftragten der Clubs vorgestellt und erläutert" worden, heißt es in dem Papier zur Präsentation bei den Clubs am 15. November. "Vor Versendung der...Anträge hat der Vorstand des Ligaverbandes die zu der Präsentation eingegangenen Stellungnahmen eingehend erörtert und bei der Fassung der Anträge berücksichtigt."

Diese Anträge enthält das Papier unter anderem:

  • Jeder Club soll künftig verpflichtet werden, sein Stadion mit Videoanlagen zur Überwachung der Zuschauerbereiche auszustatten. Damit soll unter anderem die "Möglichkeit der Standbildaufnahme zur Identifikation von Personen" geschaffen werden
  • Die Clubs sollen künftig die Qualifizierung ihrer Ordnungsdienste nachweisen. Demnach sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor ihrem Einsatz geschult werden, mindestens zehn Stunden
  • Sogenannte Risikospiele werden von den Vereinen nach Rücksprache mit der Polizei als solche definiert. Mit einer solchen Einstufung geht eine "Begrenzung des Verkaufs der Eintrittskarten sowohl für Steh- als auch Sitzplatzbereiche" ebenso einher wie verstärkte Personenkontrollen

Das vollständige DFL-Papier finden Sie hier .

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