Sieg gegen HSV Bochum entthront die Bayern

Der Höhenflug des VfL Bochum hält an. Mit einem verdienten Sieg gegen den Hamburger SV hängte der Revierclub sogar die Bayern ab. Die Gäste mussten die Partie in Unterzahl beenden. Bochums Matchwinner traf wenige Sekunden nach seiner Einwechselung.

Hamburg - Dank eines 2:1 (1:0)-Siegs gegen den Hamburger SV übernahm Bochum die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Der bisherige Spitzenreiter Bayern München kann den VfL (sieben Punkte) allerdings mit einem Heimsieg heute gegen Hannover wieder vom ersten Platz verdrängen. Den Hamburgern (sechs Punkte) hätte vor 30.549 Zuschauern im rewirpower-Stadion bereits ein Remis gereicht, um Platz eins zu erreichen. "Ich denke schon, dass wir die Tabelle mal fotografieren. Die sieht ja sehr schön aus", sagte Bochums Trainer Marcel Koller. Zuletzt stand der VfL am 24. August 2002 ganz oben. Der Coach stellte die gute Einstellung seiner Mannschaft heraus: "Wir waren heute sehr präsent, solidarisch und haben unglaublich als Ganzes gearbeitet. Das war das Entscheidende."

Die Gäste, die Bochum zum vierten Mal nacheinander unterlagen, zeigten sich enttäuscht: "Wir hatten uns mehr erhofft", sagte stellvertretend Mittelfeldspieler David Jarolim. HSV-Trainer Huub Stevens klagte: "Wir hatten nicht die Frische, die nötig ist, um in Bochum zu gewinnen. Du kannst nicht acht Spieler ersetzen, die mittwochs Länderspiele absolviert und lange Reisen hinter sich haben." Der Neu-Hamburger Jerome Boateng, der für 1,5 Millionen Euro von Hertha BSC gekommen war, saß zwar auf der Bank, wurde aber nicht eingesetzt.

Der slowakische Stürmer Stanislav Sestak (45.) hatte Bochum direkt vor der Pause in Führung gebracht. Für HSV-Keeper Frank Rost war es das erste Gegentor nach 577 Minuten.

In der 83. Minute erhöhte Daniel Imhof mit einem Weitschuss in den Winkel auf 2:0. Der Bochumer Mittelfeldspieler war erst 19 Sekunden vorher für den verwarnten VfL-Kapitän Thomasz Zdebel eingewechselt worden. "Imhofs Tor war der Schlüssel zum Sieg, er hat den Ball fantastisch getroffen", freute sich Koller.

Der Hamburger SV kam durch Rafael van der Vaart nur noch zum 1:2. Der niederländische Spielmacher, der frühestens in der Winterpause zum FC Valencia oder einem anderen Club wechseln kann, verwandelte in der 86. Minute einen Foulelfmeter. Sestak hatte Jarolim im Strafraum zu Fall gebracht.

Zum Zeitpunkt des Anschlusstreffers war der HSV nur noch zu zehnt. Wegen groben Foulspiels hatte der belgische Abwehrspieler Vincent Kompany nach einer Stunde die Rote Karte erhalten. Der Platzverweis war eine sehr harte Entscheidung, Schiedsrichter Michael Weiner hätte es auch bei einer Gelben Karte belassen können.

Kompany hatte zwar den Bochumer Torjäger Tommy Bechmann gefoult, die Attacke war allerdings nicht von hinten erfolgt. Zudem war der Ball noch in der Nähe, Kompany nicht letzter Mann. "Ich dachte, es gibt Gelb", zeigte sich selbst VfL-Coach Koller überrascht, "Kompany kam einfach nur einen Schritt zu spät."

VfL Bochum - Hamburger SV 2:1 (1:0)
1:0 Sestak (45.)
2:0 Imhof (83.)
2:1 van der Vaart (86., Foulelfmeter)
Bochum: Lastuvka - Pfertzel, Maltritz, Yahia, Bönig - Sestak, Zdebel (83. Imhof), Dabrowski, Fuchs (78. Grote) - Epalle, Bechmann (68. Mieciel). - Trainer: Koller
Hamburg: Rost - Demel, Kompany, Mathijsen, Atouba - Jarolim, de Jong - Castelen (74. Guerrero), van der Vaart, Trochowski (59. Ben-Hatira) - Zidan (64. Olic). - Trainer: Stevens
Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
Zuschauer: 30.549
Gelbe Karten: Bechmann, Zdebel (2), Dabrowski, Fuchs (2), Pfertzel / de Jong, Jarolim (2), Mathijsen (2)
Rote Karte: Kompany (HSV, 60.) wegen groben Foulspiels

ach/sid/dpa

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