Sieg gegen Italien Deutschlands U19 feiert trotz Unterzahl EM-Titel

Dieser Erfolg macht Mut für die Zukunft: Die deutsche U19-Nationalmannschaft hat eine tolle Vorstellung bei der EM in Tschechien mit dem Titel gekrönt. Im Finale schlug die DFB-Auswahl Italien, obwohl das Team von Trainer Horst Hrubesch lange in Unterzahl spielte.


Hamburg - Mit etwas Verspätung darf der DFB doch noch ein Sommermärchen feiern: 27 Tage nach der Niederlage der A-Nationalmannschaft im EM-Finale gegen Spanien (0:1) hat der U19-Nachwuchs den ersten Junioren-Titel seit 1992 nach Deutschland geholt. Im Endspiel der Europameisterschaft in Tschechien besiegte die Elf von Trainer Horst Hrubesch Italien 3:1 (1: 0).

Torschütze Lars (r.) mit Bruder Sven Bender: "Titel für die Ewigkeit"
DPA

Torschütze Lars (r.) mit Bruder Sven Bender: "Titel für die Ewigkeit"

Lars Bender von 1860 München brachte die deutsche Mannschaft in der 24. Minute mit einem Schuss in den Winkel von der Strafraumgrenze in Führung. Auch von der Gelb-Roten Karte für Kapitän Florian Jungwirth vom TSV 1860 München in der 36. Minute wegen wiederholten Foulspiels ließen sich die DFB-Junioren nicht beeindrucken.

Der Leverkusener Richard Sukuta-Pasu (61.) erzielte in Unterzahl das 2:0. Nur eine Minute nach dem Anschlusstreffer durch Silvano Raggio Garibaldi vom FC Genua (78.) machte Timo Gebhart von 1860 München den Triumph perfekt.

Beim letzten U19-Finale mit deutscher Beteiligung 2002 hatte ein Treffer des Spaniers Fernando Torres den großen Coup verhindert - der Torres, der im Juni im EM-Finale der A-Teams den Titel-Traum der Elf von Trainer Joachim Löw mit seinem entscheidenden Treffer zerstörte.

Diesmal machte es die DFB-Auswahl besser und bescherte Hrubesch, der Deutschland 1980 als Aktiver mit zwei Treffern im EM-Finale gegen Belgien zum Sieg geführt hatte, den Titel. "Die Mannschaft hat alle fünf Spiele der EM dominiert und deshalb hochverdient dien Titel gewonnen. Davon werden die Jungs noch in 50 Jahren reden, das war ein Titel für die Ewigkeit", sagte ein glücklicher Hrubesch nach dem Erfolg. Den letzten Junioren-Titel für den DFB hatte die U16 im Jahr 1992 geholt.

Angeführt vom überragenden Gebhart, der auch den dritten Turniertreffer von Sukuta-Pasu mit einem Traumpass vorbereitete, ließen sie die Italiener auch mit einem Mann mehr auf dem Feld nie zur Entfaltung kommen. Erst als Matteao Gentili in der 69. Minute ebenfalls Gelb-Rot sah, ging die Konzentration etwas verloren. Doch als Gebhart den Anschlusstreffer der Italiener sofort konterte, war der Widerstand der Squadra Azzurra gebrochen.

Italien - Deutschland 1:3 (0:1)

Italien: Fiorillo - Darmian, Gentili, Tagliani, Bruscagin - Poli (46. Bonaventura), Mazzarani, Forestieri (78. Eusepi), Raggio Garibaldi - Paloschi (59. Zamblera), Okaka Chuka
Deutschland: Zieler (Manchester United) - Diekmeier (Werder Bremen), Jungwirth (TSV 1860 München), Reinartz (Bayer Leverkusen), Kopplin (Bayern München) - Risse (Bayer Leverkusen - 39. Latza/FC Schalke 04), Lars Bender (TSV 1860 München - 66. Toprak/SC Freiburg), Sven Bender (TSV 1860 München), Naki (Bayer Leverkusen - 89. Oczipka/Bayer Leverkusen) - Gebhart (TSV 1860 München) - Sukuta- Pasu (Bayer Leverkusen)
Schiedsrichter: Collum (Schottland)
Zuschauer: 2000
Tore:
0:1 Lars Bender (24.)
0:2 Sukuta-Pasu (61.), 1:2 Raggio Garibaldi (78.)
1:3 Gebhart (80.)
Gelbe Karten: Bonaventura, Tagliani, Fiorillo / Gebhart, Kopplin Gelb-Rote Karten: Gentili (70./wiederholtes Foulspiel) / Jungwirth (38./wiederholtes Foulspiel)

mig/sid/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.