Fußballnationalmannschaft der Frauen Bundestrainerin Neid hört 2016 auf

Silvia Neid trainiert die Frauenfußball-Nationalmannschaft seit 2005 - doch im Herbst 2016 ist Schluss. Ihre Nachfolgerin wird Steffi Jones.

DPA

Frauenfußball-Bundestrainerin Silvia Neid wird ihren Posten im kommenden Jahr räumen. Das gab die 50-Jährige auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bekannt. Nachfolgerin Neids, die den zweimaligen Welt- und achtmaligen Europameister als Hauptverantwortliche seit 2005 betreut und deren Vertrag im kommenden Jahr ausläuft, wird die bisherige DFB-Direktorin Steffi Jones. Bei der WM vom 6. Juni bis 5. Juli in Kanada wird Neid noch an der Seitenlinie stehen.

"Neid wird ab September 2016 Leiterin der neuen Scoutingabteilung Frauen- und Mädchenfußball im DFB. Ihre aktuelle Assistentin Ulrike Ballweg übernimmt dann die Leitung der Talent- und Eliteförderung von Tina Theune", heißt es auf dfb.de. "Mein Entschluss, mit dem Auslaufen meines Vertrags als Bundestrainerin 2016 eine neue Herausforderung zu suchen, steht seit Längerem fest", wird Neid dort zitiert.

Von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach heißt es dazu: "Mit der neuen Führungsstruktur sind wir optimal aufgestellt für die Zukunft. Wir binden damit die wichtigsten Köpfe im Frauen- und Mädchenfußball langfristig ein und bauen die Struktur weiter aus."

Jones hat bislang noch keine Mannschaft trainiert

Jones hat ihre Trainerlizenz 2007 erworben, bislang aber noch keine Mannschaft trainiert. Die 42-Jährige sagte bei ihrer Vorstellung, dass eigentlich U20-Weltmeister-Trainerin Maren Meinert "als nächste dran" gewesen wäre. "Sie wollte aber bei ihrem Jahrgang bleiben. Dann ging die Initiative letztlich von mir aus", sagte Jones, sie habe gesagt: "Gebt mir die Chance." Jones erhält einen Zweijahresvertrag, zudem wird Neid das Team noch bei den Olympischen Sommerspielen 2016 betreuen, falls es sich für Rio qualifiziert.

Unter der zweimaligen Welttrainerin gewannen die Deutschen einmal den WM-Titel (2007) und triumphierten zweimal bei der EM (2009 und 2013). Zudem holte Neid mit ihrem Team Bronze bei den Olympischen Spielen 2008.

Als einzige Bundestrainerin schaffte es Neid, die an allen bisherigen Titelgewinnen für Deutschland als Spielerin, Co- oder Cheftrainerin beteiligt war, über 100 Siege mit der deutschen Auswahl. 2008 wurde ihr das Bundesverdienstkreuz verliehen, 2011 folgte der Verdienstorden Nordrhein-Westfalens, zwei Jahre später erhielt sie dieselbe Auszeichnung durch Baden-Württemberg.

Den Tiefpunkt ihrer Amtszeit erlebte Neid vor knapp vier Jahren. Nach dem bitteren Viertelfinal-Aus bei der Heim-WM gegen den späteren Weltmeister Japan (0:1 n.V.) war sogar von einem möglichen Rücktritt die Rede gewesen.

Sportlich hochdekoriert ist auch Jones. Die 111-malige Nationalspielerin gewann 2003 den WM-Titel. Dazu kommen drei EM-Triumphe (1997, 2001, 2005) sowie Olympia-Bronze 2000 und 2004. Jones, die 2007 ihre aktive Karriere beendet hatte, begann im selben Jahr ihre Arbeit für den DFB. In dieser Zeit trat sie vor allem als Organisations-Chefin der WM-Endrunde 2011 in Erscheinung.

luk//psk/sid

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insgesamt 26 Beiträge
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Seite 1
trevi 30.03.2015
1. Wie wär's mit Fr-Trainer von Wolfsburg ?
Nichts gegen Steffi Jones, aber zum Trainer gehört mehr als ehem.gut Fußbald-gespielt. Der Trainer der Damen von Wolfsburg hat schon nachgewiesen, was ein guter Trainer kann.
briancornway 30.03.2015
2. 11 fast perfekte Jahre
In dieser Zeit hat sich viel geändert, andere Nationen (vor allem auf anderen Kontinenten) sind professioneller und zielstrebiger geworden. Da ist es gleich nochmal bemerkenswerter, sich 11 Jahre lang ohne ernstzunehmende Kritik oben halten zu können. Steffi Jones ist eine intelligente und erfahrene Führungskraft, die würde ich mir ja beinahe lieber als Funktionärin bei den Herren wünschen ... Aber wenn sie wieder Lust auf Stadionatmosphäre und Rasen hat, ist es für den Frauenfußball um so besser.
sportlich-gesund 30.03.2015
3. Chapeau!
Danke Frau Neid für Ihre Leistungen!
axelkli 30.03.2015
4.
Ich könnte mir Frau Neid auch gut als Trainerin einer Männermannschaft vorstellen. Vielleicht traut sich ja mal ein fortschrittlicher Erst- oder Zweitligaverein.
shooop 30.03.2015
5.
Zitat von treviNichts gegen Steffi Jones, aber zum Trainer gehört mehr als ehem.gut Fußbald-gespielt. Der Trainer der Damen von Wolfsburg hat schon nachgewiesen, was ein guter Trainer kann.
Woher wollen Sie den wissen, das Steffi Jones keine gute Trainierin ist? Es ist Frauen-Fußball und ich fände es gut, wenn wieder eine Frau Nationaltrainerin wird. Silvia Neid hat das super gemacht und den Weg für eine Nachfolgerin bereitet.
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