Bundestrainerin Neid "Wir gehen mit erhobenem Haupt"

Fußballbundestrainerin Silvia Neid ist trotz Halbfinal-Aus gegen die USA mit ihrer Elf zufrieden. Das Team habe alles gegeben. Geärgert hat sich Neid über den Elfmeterpfiff der Schiedsrichterin vor dem 1:0.

Bundestrainerin Neid: "Ein tolles Halbfinale"
Bongarts/Getty Images

Bundestrainerin Neid: "Ein tolles Halbfinale"


Frage: Wie fällt Ihr Fazit nach der 0:2-Niederlage gegen die USA aus?

Neid: Es war ein tolles Halbfinale mit zwei starken Mannschaften. Es war sehr ausgeglichen. Unser Problem war, dass wir leider im Abschluss zu unpräzise und daher zu wenig torgefährlich waren. Daher Kompliment und Gratulation an die USA.

Frage: Wie bewerten Sie den Elfmeterpfiff gegen Ihre Mannschaft?"

Neid: Das Foul war ganz klar außerhalb vom Sechzehner, das zeigen auch die Fernsehbilder.

Frage: Ärgert sie das?

Neid: Natürlich bin ich darüber sehr traurig, dass dieser Elfmeter auch irgendwo das Spiel entscheidet. Aber was soll ich machen? Mit der Entscheidung müssen wir leben. Ich kann es nicht ändern.

Frage: Wie gehen Sie jetzt mit Celia Sasic um?

Neid: Wir bauen sie natürlich auf. Sie hat gegen Frankreich zwei Elfmeter verwandelt, mit ihr sind wir ins Halbfinale gekommen. Dieses Mal hat sie halt mal nicht getroffen. Das ist so im Sport und das wird sie auch bis Samstag verdaut haben.

Frage: Wie schwierig ist es, sich jetzt auf ein Spiel um den dritten Platz zu freuen?

Neid: Jetzt ist das erst mal sehr schwer. Aber wir wollen einen schönen Abschluss haben. Von daher ist es gut, dass man noch mal ein Spiel hat.

Frage: Wie lange brauchen Sie, um so ein Spiel zu verarbeiten?

Neid: Das müssen wir schnell verarbeiten. Das wird zwei Tage dauern. Wir wollen dann den dritten Platz, aber wir können auch mit erhobenen Hauptes nach Hause fahren, wenn wir Vierter würden. Wir haben eine gute WM gespielt, wir haben viele Mannschaften aus dem Turnier geschossen. Wir gehören wieder zu den vier besten Teams der Welt, und wenn man ein Turnier spielt, hängt es von vielen Faktoren ab, wie weit man kommt. Ich bin zufrieden und stolz auf meine Mannschaft. Sie hat wieder alles gegeben, und es hat leider nicht gereicht.

aha/sid



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Svenner80 01.07.2015
1. Schlechte Verliererin
Leider ist Frau Neid eine schlechte Verliererin. Deutschland war nicht gleichwertig. Und das Foul beim 11er war nicht "ganz klar" außerhalb des Strafraums sondern _begann_ einen halben bis ganzen Meter davor, um sich dann in den Strafraum hineinzubewegen und 3m innerhalb desselben zu enden. Kann man geben, muss man nicht. Wenn er gegeben wird, darf man sich jedenfalls nicht beschweren. Genausowenig wie beim Elfer für Deutschland. Und der Elfer hat das Spiel nicht entschieden. Das hat die USA dank eines starken Auftretens. Gestern, als Silvia Neid beim Interview nach dem Spiel war, ging die Frage los, sie hört normal zu. Frage beendet, da wird erstmal zurückgepatzt "Ich habe die Frage nicht verstanden, können sie diese noch mal wiederholen"? Ob Steffi Jones eine gleichwertige oder gar bessere Trainerin ist, muss sich noch zeigen. Das sie souveräner und weniger selbstbezogen auftritt, ist zu hoffen.
r_snyder 01.07.2015
2. Welches Spiel hat sie denn gesehen?
Okay, man sollte die eigene Mannschaft nicht in Grund und Boden kritisieren, zumal man selbst evtl. die größte Schuld an der gezeigten Gesamtleistung trägt, aber Frau Neid ist vermutlich die einzige Person weltweit, die da zwei gleichwertige Mannschaften gesehen hat. Nach dem Frankreich-Spiel hat Frau Neid noch zutreffend erkannt, daß ein geordnetes Aufbauspiel gegen einen starken Gegener nicht funktioniert hat (in der ersten Halbzeit) ... da saß die technisch beste Deutsche - Maroszan - dank Neid auf der Bank. Und gegen die USA war's wieder dasselbe, Maroszan kam erst ca. 13 Minuten vor Schluß beim Stand von 0:1 ins Spiel ... ist mir völlig unverständlich. Sind da persönliche Animositäten der Grund oder stures Festhalten an einer suboptimalen Stammelf? Vermutlich wären die dt. Frauschaft auch mit einer anderen Aufstellung ausgeschieden, aber es hätte zumindest die Chance bestanden, ein klein wenig eigenes Spiel aufzuziehen, so daß kein so großer Klassenunterschied sichtbar wird. Daß die US-Frauen spielerisch, athletisch und technisch ein ähnliches Kaliber wie die Französinnen sind, wußte man vorher.
genaumeinding 01.07.2015
3. Diese Frau ist eine totale Fehlbesetzung
Und das schon bereits seit dem letzten Turnier. Sie entwickelt das Team nicht weiter und stellt nur die auf, die ihr genehm sind. Der Fussball, den sie spielen laesst ist maximal drittklassig.
langenscheidt 01.07.2015
4. Spielerisch eine Katastrophe
Seit dem Viertelfinale zeigt die Welt wo derzeit Frauenfußball steht. In Deutschland hingegen jammert man über Strafstöße. Wenn das alles an deutscher Fußballkunst sein soll, schaue ich nur noch Frauen-Fußballspiele ohne deutsche Beteiligung. Gut, die WM muss noch mit dem Kleinen Finale ertragen werden, so dass man selbst sich nicht allzu kritisch über sich und die Mannschaft auslassen sollte. Nach dieser WM darf der DFB und auch Frau Neid darüber sinnieren ob man mit dem Wechsel noch bis 2016 warten müsse.
gekreuzigt 01.07.2015
5. Neid erinnert mich an Vogts.
Sie hat wohl ihre eigene Realität.
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