Skandal in der italienischen Liga Mildere Strafe für Juventus Turin

Die Richter ließen Gnade walten: Das Berufungsgericht des italienischen Fußball-Verbandes hat die Strafen im Manipulationsskandal deutlich abgemildert. Lazio Rom und der AC Florenz steigen doch nicht ab. Auch Juventus Turin und der AC Mailand kommen mit geringeren Strafen davon.


Rom - Rekordmeister Juve muss zwar wie in erster Instanz entschieden in der kommenden Saison in der 2. Liga starten. Nach dem Berufungsverfahren wird Juventus Turin aber nur mit 17 statt 30 Minuspunkten belastet, gab der Vorsitzende Richter Piero Sandulli am Abend bekannt. Die Aberkennung der Meistertitel 2005 und 2006 bleibt bestehen.

Auch die am 14. Juli verhängten Urteile gegen die anderen Clubs wurden in zweiter Instanz deutlich abgemildert: Lazio Rom und der AC Florenz dürfen ebenso wie der AC Mailand weiter in der Serie A spielen.

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Lazio werden in der kommenden Saison elf Punkte abgezogen, Florenz startet mit 19 Minuspunkten in die neue Spielzeit. Der AC Mailand bekommt zur neuen Saison in der höchsten italienischen Spielklasse nur noch acht statt 15 Punkte abgezogen.

Den Clubs, sowie Vereins- und Verbandsvertretern wird Sportbetrug und unfaires Verhalten vorgeworfen. Sie sollen den Einsatz bestimmter Schiedsrichter abgesprochen haben.

Das Berufsverbot (4 Jahre und sechs Monate) für den ehemaligen Verbandspräsidenten von Juve, Franco Carraro, wurde in der Berufung aufgehoben, dafür muss er eine Geldstrafe in Höhe von 80.000 Euro zahlen.

Gegenüber den anderen Drahtziehern des Skandals zeigte sich das Gericht jedoch nicht so milde: Die fünf Jahre Betätigungsverbot plus 50.000 Euro Geldstrafe für Ex-Juve-Manager Luciano Moggi wurden bestätigt. Auch Antonio Giraudo, der ehemalige Geschäftsführer, darf seinen Beruf nun fünf Jahre lang nicht ausüben.

Die Betätigungsverbote für den ehemaligen Ligapräsidenten Adriano Galliani (neuer Schuldspruch: 9 Monate), den Fiorentina-Boss Diego Della Valle (3 Jahre und neun Monate), Lazio-Chef Claudio Lotito (2 Jahre und sechs Monate) und Schiedsrichter Massimo De Santis (4 Jahre) wurden nur leicht reduziert.

UEFA-Meldefrist verlängert

Auf Bitte des italienischen Verbandes verlängerte die Europäische Fußball-Union (UEFA) die Meldefrist für die europäischen Club- Wettbewerbe um einen Tag auf den 26. Juli. Bereits am Freitag werden in Nyon die dritte Qualifikationsrunde in der Champions League und die zweite Qualifikationsrunde im UEFA-Pokal ausgelost.

Ungeachtet des Urteils im Sport-Berufungsverfahren, könnte die juristische Auseinandersetzung in dem Skandal weitergehen. Florenz und Lazio hatten angekündigt, den Fall vor ein Zivilgericht zu bringen, falls sie in die zweite Liga absteigen sollten. Auch Juventus Turin könnte vor ein Zivilgericht ziehen, um noch einmal die Zahl der Strafpunkte zu reduzieren, mit der der Verein in die neue Saison starten muss.

agö/reuters/dpa



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