Skandal um deutschen Fußballprofi Als Hitler auf der Abschlussfeier

Erst die Meisterschaft verspielt, danach das eigene Ansehen: Andre Gumprecht, deutscher Fußballer in Australien, erschien auf der Saisonabschlussfeier seines Clubs verkleidet als Adolf Hitler. Auch ein Mitspieler des Ex-Zweitligaprofis wurde vom Verband kritisiert.


Sydney - Der frühere Zweitligaprofi Gumprecht hat sich auf der Saisonabschlussfeier seines Clubs Central Coast Mariners nach dem verlorenen Meisterschaftsfinale in Australien als Adolf Hitler verkleidet ablichten lassen und damit einen Skandal ausgelöst. Der australische Fußballverband (FFA) kündigte eine Untersuchung der Vorfälle an.

Australien-Profi Gumprecht: Vertrag noch nicht verlängert
Getty Images

Australien-Profi Gumprecht: Vertrag noch nicht verlängert

Gumprecht, der in Deutschland bei Bayer Leverkusen, Wattenscheid 09, dem VfL Halle, dem Dresdner SC und dem FSV Zwickau unter Vertrag gestanden hatte, präsentierte sich in Militäruniform und mit aufgeklebten Hitler-Schnurrbart. Die Fotos wurden in der Zeitung "Daily Telegraph" abgedruckt.

"Solch ein Verhalten ist nicht nur dumm, sondern auch nicht zu tolerieren", sagte FFA-Präsident Ben Buckley und forderte Gumprecht zu einer Stellungnahme auf. Buckley kritisierte auch Gumprechts Mitspieler Tony Vidmar, der sich schwarz angemalt hatte. Große Empörung löste die Aktion vor allem bei der jüdischen Vereinigung in Australien aus.

Gumprecht, der in Deutschland 18 Zweitligaspiele für Wattenscheid bestritt und seit 2002 mit einer Unterbrechung in Australien spielt, droht der Abschied bei den Mariners, zumal sein Vertrag noch nicht verlängert worden ist. Bereits beim Meisterschaftsfinale, das Central Coast gegen die Newcastle Jets 0:1 verlor, war es hoch hergegangen. Nach einem nicht gegebenen Elfmeter hatte Central-Coast-Torhüter Danny Vukovic den Schiedsrichter Mark Shield tätlich angegriffen und wurde für neun Monate gesperrt.

goe/sid



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.