Streit um neuen TV-Vertrag Spanischer Verband will Spielbetrieb ab 16. Mai aussetzen

600.000 Fußballer wären betroffen: In Spanien eskaliert der Streit zwischen Fußballverband und Regierung. Weil der Verband mit dem neuen Gesetz zum Verkauf der TV-Rechte nicht zufrieden ist, soll ab 16. Mai der komplette Spielbetrieb eingestellt werden.
Real-Superstar Ronaldo: Wohl spielfrei ab dem 16. Mai

Real-Superstar Ronaldo: Wohl spielfrei ab dem 16. Mai

Foto: JAVIER SORIANO/ AFP

Der spanische Fußballverband RFEF droht, den kompletten Spielbetrieb vom 16. Mai an einzustellen. Der Verband ist mit dem am 30. April von der spanischen Regierung erlassenen Gesetz zum zentralisierten Verkauf der TV-Rechte unzufrieden. Man fühle sich "ignoriert und verkannt", bleibe aber "offen für den Dialog", teilte der RFEF mit.

Von dem Ausstand betroffen wären laut Verband insgesamt 600.000 Fußballer und 30.000 Spiele, darunter die letzten beiden Spieltage der Primera División und das Pokalfinale zwischen Barcelona und Athlétic Bilbao.

Die Regierung und der Ligaverband LFP hatten am 30. April beschlossen, die TV-Rechte in Spanien zur Saison 2016/2017 erstmals zentral vermarkten zu lassen. Das neue Gesetz sieht vor, dass 92 Prozent der Einnahmen an die Profiklubs der ersten und zweiten Liga gehen sollen. Der Rest soll unter der LFP, dem RFEF und den Amateurklubs aufgeteilt sowie zur Förderung von Amateurspitzensportlern verwendet werden.

Der RFEF kritisiert an der neuen Regelung allerdings die ungleiche Verteilung der Gelder zwischen der ersten und zweiten Liga (90:10 Prozent). Zudem fordert die Spielergewerkschaft eine Beteiligung von einem Prozent.

In der Primera División vermarkten die Vereine ihre Fernsehverträge bislang noch individuell. Real Madrid und der FC Barcelona bekommen zusammen knapp 40 Prozent der Gesamteinnahmen aller 20 Erstliga-Clubs (rund 755 Millionen).

max/dpa/sid
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