Spanische zweite Liga Nach "Nazi"-Rufen abgebrochenes Spiel wird ohne Zuschauer fortgesetzt

Albacetes Roman Zozulya wurde beim Auswärtsspiel bei Rayo Vallecano als Nazi beschimpft, die Partie wurde daraufhin in der Halbzeit abgebrochen. Die zweite Hälfte wird nun nachgeholt - im leeren Stadion.
Roman Zozulya wurde von den Fans als "Nazi" beschimpft

Roman Zozulya wurde von den Fans als "Nazi" beschimpft

Foto: DeFodi/ imago images

Das wegen "Nazi"-Rufen gegen einen Spieler abgebrochene Fußballspiel zwischen den spanischen Zweitligisten Rayo Vallecano und Albacete Balompie wird ohne Zuschauer fortgesetzt. Das beschloss der spanische Verband RFEF rund zwei Wochen nach Abbruch der Partie.

Demnach muss Rayo zusätzlich eine Geldstrafe in Höhe von 18.000 Euro zahlen. Außerdem muss bei zwei weiteren Rayo-Heimspielen der Fanblock, aus dem die Rufe gekommen waren, geschlossen bleiben. Wann die zweite Hälfte stattfinden soll, hat die Liga noch nicht bekannt gegeben, gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Beim Auswärtsspiel in Madrid war Albacetes Spieler Roman Zozulya von einem Teil der Heimfans als "Nazi" bezeichnet worden. Albacete bat daraufhin in der Halbzeit den Schiedsrichter um den Abbruch der Partie, zu dem Zeitpunkt hatte es noch keine Tore gegeben, Albacete hatte aber kurz vor der Pause eine Rote Karte kassiert.

Protest der Rayo-Fans

Die "Nazi"-Rufe der Fans gegen Zozulya haben eine Vorgeschichte: Der Spieler war im Sommer 2017 von Betis Sevilla zu Rayo gewechselt, nach Protesten der mehrheitlich linksgerichteten Madrider Fans wurde die Leihe des Ukrainers aber umgehend beendet.

Die Fans hatten Sympathiebekundungen von Zozulya für rechtsradikale Paramilitärs entdeckt. Auch ein Foto von Zozulya wurde öffentlich, auf dem er in einer Basketballhalle vor einer Anzeigetafel posierte, auf der die mutmaßlichen Neonazi-Chiffren 14:88 als Ergebnis standen. Er sei kein Nazi, sagte der 30-Jährige in einem Interview, "ich unterstütze nur mein Land". Bei seiner Rückkehr nach Vallecano mit Albacete kochte die Ablehnung der Rayo-Anhänger wieder hoch.

Der Spielabbruch hatte sogar den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf den Plan gerufen. In einer Solidaritätserklärung für Zozulya versicherte der Staatschef dem "coolen Profi und echten Patrioten" die Unterstützung des ganzen Landes.

hba/sid/AP
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