»Historischer Tag« Spaniens Fußballerinnen bekommen gleiche Bezahlung wie die Männer

Andere Länder haben vorgelegt, nun zieht auch der spanische Fußballverband nach und bezahlt den Nationalspielerinnen gleich viel Geld wie den Männern. Der DFB hinkt in Sachen »Equal Pay« noch hinterher.
Weltfußballerin Alexia Putellas (r.), hier im Trikot ihres Vereins FC Barcelona

Weltfußballerin Alexia Putellas (r.), hier im Trikot ihres Vereins FC Barcelona

Foto: Zac Goodwin / IMAGO / PA Images

Die spanische Nationalmannschaft der Frauen um Weltfußballerin Alexia Putellas wird ab sofort die gleiche Bezahlung erhalten wie die Männer. Das kündigte der spanische Verband RFEF am Dienstag an. »Wir haben eine Vereinbarung für die nächsten fünf Jahre geschlossen«, sagte Verbandspräsident Luis Rubiales.

Nationalspielerinnen sollen demnach in Spanien die gleichen Bedingungen in Bezug auf Bonuszahlungen und TV-Prämien genießen. Auch die Arbeitsbedingungen einschließlich der Regelungen für Reisen, Verpflegung und Unterkunft werden angeglichen.

Auch in den USA erfolgt eine gleiche Bezahlung

Einen »historischen Tag« nannte Amanda Gutierrez diese Entscheidung. Die Präsidentin der Gewerkschaft FUTPRO hatte Spaniens Spielerinnen bei den Verhandlungen vertreten.

Erst vor Kurzem hat auch der US-Verband bekannt gegeben, dass die Fußballerinnen in den Vereinigten Staaten nun ebenso Geld viel bekommen sollen wie die wesentlich weniger erfolgreichen Männer. Auch Brasilien, England, Norwegen, Dänemark haben Vereinbarungen über die gleiche Bezahlung von Nationalspielern getroffen.

In Deutschland läuft diese Debatte auch schon seit Jahren – bislang aber ohne Einigung. Zwar bekämen die Frauen im Falle eines Sieges bei der anstehenden Europameisterschaft in England eine Rekordprämie, nämlich 60.000 Euro pro Spielerin. Damit aber liegen die Frauen weit hinter den Männern. Jeder Weltmeister von 2014 hat damals satte 300.000 Euro kassiert.

Deutschland hinkt hinterher

Mit dem Thema Equal Pay, gleiche Prämien bei Männern und Frauen, werde sich der Verband aber noch einmal befassen, kündigte DFB-Geschäftsführer Oliver Bierhoff an und verwies darauf, dass in der Verhandlungsrunde für die EM-Prämien eine »Erwartungshaltung« dahingehend aber »gar nicht da« gewesen sei.

Stattdessen wurde in einem anderen Bereich nachgebessert. »Wir haben da schon angefangen, dass sie die gleichen Betreuerstäbe, die gleiche Ausstattung haben«, sagte Bierhoff. »Wir machen alles, dass sie die gleichen Bedingungen haben, und glauben aber auch, mit der Erhöhung der Prämien gezeigt zu haben, dass wir den Frauenfußball fördern wollen.«

kjo/sid/dpa
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