Spanischer Fußballprofi Trauer um Espanyol-Kapitän Jarque

Nichts deutete auf eine schwere Erkrankung hin, der spanische Fußballprofi Dani Jarque wirkte kerngesund. Nun ist der 26-Jährige tot, die Trauer groß. Espanyol Barcelona brach das Trainingslager in Italien ab.


Hamburg - "Ich kann die Nachricht immer noch nicht glauben", sagte Espanyol-Präsident Daniel Sanchez Llibre, "Jarque war eine große Persönlichkeit und ein großartiger Profi. Er war so glücklich, dass er bald Vater werden sollte. Er liebte Espanyol und freute sich schon auf das neue Stadion."

Trauerkerze (vor dem Stadion): "Tief erschüttert"
AP

Trauerkerze (vor dem Stadion): "Tief erschüttert"

Club-Direktor German de la Cruz gestand: "Es ist der reinste Horror. Die Spieler sind am Boden zerstört. Vor einem Augenblick war er noch unter uns, dann ist er von uns gegangen - das ist schrecklich." Am Sonntag kamen zahllose Fans zu einer Trauerkundgebung in der vor einer Woche eingeweihten Arena zusammen.

Jarque war am Samstag im Trainingslager in Coverciano bei Florenz an Herzversagen gestorben. Der 26-jährige Abwehrchef hatte am Samstag in seinem Zimmer mit seiner Lebensgefährtin in Spanien telefoniert und dabei das Bewusstsein verloren.

Die Frau, die demnächst ein Kind von dem Fußballer erwartet, alarmierte Jarques Zimmernachbarn Ferran Corominas, der den Kapitän leblos auf dem Boden liegend fand. Der Mannschaftsarzt und die Mediziner eines Krankenhauses in Florenz konnten den Fußballer nicht mehr wiederbeleben.

Espanyol brach sein Trainingslager ab und kehrte am Sonntag nach Barcelona zurück. Jarque, der in Italien obduziert werden soll, hatte kurz vor seinem Tod das Training ohne jede Probleme absolviert. An einem Stadtbummel der Mannschaft durch Florenz nahm er nicht teil, weil er sich unwohl fühlte. Jarques Kollegen wunderten sich dann, dass er zum gemeinsamen Abendessen im Teamquartier nicht erschienen war.

Auch bei Espanyols Konkurrenz war die Betroffenheit über Jarques frühen Tod groß. "Es herrscht tiefe Trauer über dieses tragische Vorkommnis", sagte Joan Laporta, Präsident des Stadtrivalen und Champions-League-Siegers FC Barcelona. "Ich bin wie versteinert", so Real Madrids Kapitän Raúl, "wir sind alle tief erschüttert."

Espanyol betonte, dass Jarque zuvor nie Probleme mit dem Herzen oder anderen Organen gehabt hatte. Auf "eine stählerne Gesundheit" verwies Konditionstrainer Javier Pedrero: "Jarque achtete stets auf seine Fitness." Die medizinischen Tests für die in drei Wochen beginnende Saison hatte der 173-fache Ligaspieler wie die anderen Espanyol-Profis auch erfolgreich absolviert.

ach/dpa/sid



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