Eintracht-Spiel beim FC Bayern Frankfurter Fans kritisieren scharfe Kontrollen

Fans contra Club: Weil die Anhänger von Eintracht Frankfurt in München besonders gründlich durchsucht wurden, gibt es von mehreren Seiten Kritik am FC Bayern. Es seien nur wenige Fans intensiv kontrolliert worden, entgegneten die Münchner - und würden es wieder so machen.
Zelte vor dem Gästeblock der Münchner Arena: Stichprobenartige Ganzkörperkontrollen

Zelte vor dem Gästeblock der Münchner Arena: Stichprobenartige Ganzkörperkontrollen

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Hamburg - Extra-Zelte für eine Extra-Durchsuchung: Die Ganzkörperkontrollen bei Anhängern von Eintracht Frankfurt vor dem Auswärtsspiel ihres Clubs beim FC Bayern München haben massive Kritik hervorgerufen. Die Arbeitsgemeinschaft Fananwälte bezeichnete die Durchsuchungen, die eine Maßnahme des höchst umstrittenen und noch nicht verabschiedeten DFL-Papiers "Sicheres Stadionerlebnis" sind, als "rechtswidrig" und "intensiven Eingriff in Grundrechte".

Polizei und Ordnungsdienst hatten am Samstag in zwei Zelten vor der Nordkurve der Münchner Arena Eintracht-Fans stichprobenartig besonders gründlich kontrolliert, unter anderem auf Pyrotechnik. Einige Anhänger mussten sich angeblich fast vollständig entkleiden - obwohl es sich bei der Partie nicht um ein Risikospiel gehandelt habe, wie der Zusammenschluss von Rechtsanwälten monierte.

Bayerns Medienchef Markus Hörwick widersprach, bei den Kontrollen hätten sich die Fans nicht wie teilweise kolportiert bis auf die Unterhosen entkleiden, sondern "maximal ihre Jacken" ausziehen müssen. Außerdem seien die Taschen der Fans kontrolliert worden. Insgesamt seien laut Hörwick lediglich 30 bis 40 der insgesamt 6655 Frankfurt-Fans im Stadion "gründlich untersucht" worden. Die neutrale Sicherheitsbeaufsichtigung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) habe die Aktion, die auf eine Initiative der Polizei zurückgegangen sei, überwacht.

Frankfurts Fanbeauftragte halten Aktion für massiv überzogen

Rund 250 Frankfurter Fans waren der Begegnung aus Protest über die Aktion ferngeblieben. Dazu gehörten auch die Frankfurter Fanbeauftragten. "Wir haben sehr klar darauf hingewiesen, dass wir solche Maßnahmen vollumfänglich ablehnen, diese (...) für unangemessen sowie massiv überzogen halten", hieß es in einer Stellungnahme der Fanbeauftragten.

Der "Nordwestkurven-Rat" der Eintracht reagierte auf die "in höchstem Maße entwürdigende Maßnahme" mit "Fassungslosigkeit". Der "zaghaft begonnene" Dialog zwischen Fans, Vereinen und Politik werde damit torpediert, hieß es in einer Stellungnahme.

Die bayerische Polizei und der FC Bayern planen unterdessen eine Wiederholung der Aktion. Für den Fall, "dass wieder Fans, die in der Vergangenheit mit Pyrotechnik auffällig geworden sind", in München gastieren, teilte der Club mit.

ham/sid/dpa
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